Fr

14

Jul

2017

Witzige Videos über die Entstehung der neuen Hörspiel-Serie "Das Dorf"

Die bekannten Youtuber Izzi und TheKedosZone sprechen die Rollen von Primo und Kolle in der Hörspiel-Vertonung meiner "Das Dorf"-Buchreihe. Obwohl die beiden sowas noch nie zuvor gemacht haben, bin ich völlig begeistert davon, wie gut sie die Figuren treffen. Das Hörspiel erweckt die Welt aus meinen Büchern auf eine ganz besondere Weise zum Leben, und man merkt deutlich, dass die beiden dabei ihren Spaß hatten. Ich bin ziemlich stolz auf das Ergebnis!

4 Kommentare

Do

06

Jul

2017

Interview mit mir auf der Microsoft Website!

Im April habe ich auf der Hamburg Games Conference über "Crossmedia Storytelling" am Beispiel von Minecraft gesprochen und bei der Gelegenheit dem netten Team von Microsoft Deutschland ein Interview gegeben, das nun auf der Microsoft Website verfügbar ist.

3 Kommentare

Do

22

Jun

2017

Die Ethik autonomer Maschinen

Gestern war ich auf der Jahrestagung des Deutschen Ethikrats, einer von der Bundesregierung eingesetzten Expertenkommission, die Politiker in Bezug auf die ethischen und moralischen Folgen der technischen Entwicklung berät. Da ich diese (potenziellen) Folgen in meinen Romanen verarbeite, wollte ich wissen, wie der aktuelle Stand der Diskussion unter den renommiertesten Experten Deutschlands ist, und erhoffte mir auch ein paar neue Ideen und Anregungen. Viel Neues lernte ich nicht, trotzdem war es interessant, worüber geredet wurde – und worüber nicht.

 

Der Titel der Konferenz lautete: "Autonome Systeme - Wie intelligente Maschinen uns verändern". Doch genau über diesen Aspekt, den Einfluss intelligenter Maschinen auf den Menschen, wurde gestern so gut wie gar nicht gesprochen. Stattdessen kreiste die Diskussion darum, was Maschinen können oder nicht können, was sie dürfen oder nicht dürfen und ob sie überhaupt etwas dürfen können.

 

Den Anfang machte der ehemalige SAP-Vorstand und Vorsitzende der Deutschen Akademie der Technikwissenschaften, Henning Kagermann, mit einem überfrachteten Fachvortrag über den Stand der Technik, der mit unerklärten Fachbegriffen gespickt war und dem selbst Zuhörer, die sich einigermaßen im Thema auskennen, nicht leicht folgen konnten. Auf der letzten Folie erwähnte er mögliche Probleme wie „Kontrollverlust“, „gesellschaftliche Spaltung“ und „Jobverluste“, wischte diese jedoch mit einem lapidaren „das glaube ich nicht“ ohne jegliche inhaltliche Begründung beiseite. Kein guter Einstieg für eine Konferenz, die sich mit ethischen Konsequenzen der Technik beschäftigt. Viel besser war in meinen Augen der Vortrag der Informatikprofessorin Katharina Zweig von der TU Kaiserslautern, die sehr anschaulich erklärte, wie „intelligente“ Algorithmen funktionieren und wo ihre Tücken liegen. Sie ist Mitgründerin der Initiative Algorithmwatch, die ich sehr lobenswert finde.

 

Als nächster hielt der Philosoph Julian Nida-Rümelin einen Vortrag zu der Frage, wer für autonome Systeme die Verantwortung trägt. Sein Beitrag war symptomatisch für die weitere Diskussion: Statt über klare Regeln und politische Maßnahmen wurde viel über abstrakte Begriffe debattiert. Was heißt eigentlich Verantwortung? Was ist Frieden? Kann eine Maschine überhaupt „autonom“ genannt werden? So sinnvoll und notwendig solche Begriffsklärungen im wissenschaftlichen Diskurs sein mögen, so theoretisch und unproduktiv kamen sie mir in diesem Rahmen vor.

 

Besonders deutlich wurde das in dem Fachforum zum Thema „Autonome Waffensysteme“, von dem ich mir als Thrillerautor am meisten versprochen hatte. Während der Inspekteur der Luftwaffe, Generalleutnant Karl Müllner, meines Erachtens zurecht darauf verwies, dass „autonome“ Drohnen nicht wirklich autonom seien, da ihr Einsatzbefehl und -ziel immer von einem Menschen vorgegeben würden und sie sich insoweit nicht von anderen Waffen wie etwa Mittelstreckenraketen unterschieden, verfing sich sein Gegenpart Bernhard Koch vom Institut für Theologie und Frieden in recht bizarr anmutenden Grundsatzdiskussionen. Er sprach von „positivem“ und „negativem“ Frieden, was mich irgendwie an die „alternativen Fakten“ aus dem Weißen Haus erinnerte, und verstieg sich zu den Behauptungen, die Würde des Menschen sei stärker herabgesetzt, wenn er von einem Roboter erschossen würde als von einem Menschen, und Hass sei auch eine Form von Würdigung und insoweit moralisch besser als die kalte, unemotionale Tötung durch eine Maschine.  

 

Die meiner Ansicht nach drängendsten Fragen wurden dagegen nicht behandelt: Inwieweit können sich autonome Waffensysteme verselbstständigen und gegen den Willen ihrer Kommandanten handeln? Was passiert, wenn auch Einsatzbefehl und -ziel immer mehr von automatischen Systemen beeinflusst werden? Wie sichert man autonome Waffen gegen Hacker? Was, wenn Zivilisten aufgrund eines „Bugs“ sterben? Und was, wenn nach einem Angriff nicht mehr nachvollzogen werden kann, wer solche selbstständig agierenden Waffensysteme in Marsch gesetzt hat? Werden dann „versteckte“ Angriffe möglich, bei denen der Aggressor sich hinterher für unschuldig erklären kann und insofern keine Gegenmaßnahmen befürchten muss, ähnlich wie bei den Hackerangriffen auf die US-Wahlen, die man der russischen Regierung auch nur schwer nachweisen kann?

 

Erst meine Schriftstellerkollegin Thea Dorn war es, die in ihrem Abschlussvortrag das offizielle Thema der Veranstaltung aufgriff und die Frage stellte: „Was macht das mit uns?“ Sie kam zu dem Schluss, dass vollautomatische Entscheidungssysteme zu einer Schwächung der eigenen Urteilskraft, einer Art freiwilliger Entmündigung, führen können, so wie die Nutzung von Navigationssystemen dazu führt, dass man die Fähigkeit verliert, ohne sie durch eine unbekannte Stadt zu navigieren. Sie forderte Maßnahmen zur Stärkung der menschlichen Urteilskraft in Anlehnung an den gestern häufig zitierten Philosophen Kant: „Habe den Mut und nutze deinen Verstand, um dem vollautomatischen System zu widersprechen.“ So, wie wir ins Fitnessstudio gehen, um der Bequemlichkeit der modernen Welt entgegenzuwirken und die Bewegungsfähigkeit unserer Körper zu erhalten, bräuchten wir ihrer Ansicht nach „geistige Laufbänder“, die unsere Fähigkeit, uns eigene Urteile zu bilden und kompetente Entscheidungen zu treffen, trainieren. Schon immer habe die Menschheit Technik genutzt, um ihre eigene Autonomie zu steigern, doch seien wir nun womöglich an einem gefährlichen Umkehrpunkt, von dem an wir unsere Unabhängigkeit und Entscheidungsfreiheit schrittweise verlieren könnten. Ich kann ihr da nur aus vollem Herzen zustimmen.

 

Wie oft bei Konferenzen waren die Gespräche in den Pausen mindestens so interessant und anregend wie die Vorträge. Ich war positiv überrascht über die Menge und Vielfalt der Teilnehmer. Ich sprach mit einem Experten eines Unternehmens, das Ministerien bei der Vergabe von Fördermitteln berät, einer Journalistin, einem Regierungsdirektor aus dem Bundesarbeitsministerium, einer Vertreterin eines Verbandes von Pflegekräften und einer pensionierten Ärztin, die sich auch im Ruhestand noch dafür interessierte, wie Maschinen ihr Fachgebiet verändern. Es waren Schüler, Abgeordnete, Lobbyisten, Unternehmensvertreter und engagierte Privatpersonen dort. Auch die Fragen, die nach den Vorträgen aus dem Publikum gestellt wurden, waren oft tiefgründig und interessant. Das war vielleicht der positivste Aspekt dieser Veranstaltung: Dass eine lebendige Diskussion über die Technikfolgen stattfindet, auch wenn sie mehr Fragen aufwirft, als sie beantwortet. Vielleicht waren das schon die ersten Schritte auf dem "geistigen Laufband" im Sinne von Thea Dorn.

 

5 Kommentare

So

18

Jun

2017

Lovelybooks-Leserunde zu "Die Fährtenleserin" - 50 E-Books zu gewinnen!

Heute startet die Bewerbungsfrist für eine Leserunde auf Lovelybooks.de zu meinem neuen Fantasy-Roman. Unter allen Bewerbern verlose ich 50 E-Books! Wer dabei sein möchte, muss sich nur kostenlos bei Lovelybooks.de anmelden (falls er/sie noch kein Lovelybooks-Konto hat) und sich bis zum 25.6. bewerben.

 

Ich freue mich auf viele Teilnehmer und eine Menge spannendes Feedback!

0 Kommentare

So

11

Jun

2017

Es wird spannend: Mein erster Fantasy-Roman "Die Fährtenleserin" ist jetzt verfügbar

Es ist ein in mehrfacher Hinsicht spannendes Experiment: Kann ein Thriller-Autor wie ich gute Fantasy schreiben? Kann ich mir im Überangebot selbstveröffentlichter Fantasy-Romane überhaupt Gehör verschaffen? Und vor allem: Ist es mir gelungen, eine wirklich spannende und bewegende Geschichte zu erzählen?

 

All das wird sich in Kürze zeigen. Ab sofort ist "Die Fährtenleserin" als gedrucktes Buch und als E-Book bei Amazon und anderen Online-Shops wie z.B. Thalia.de erhältlich und kann auch im normalen Buchhandel bestellt werden (ISBN der Druckausgabe: 978-3-7450-5944-1). Ich freue mich schon sehr auf das Feedback meiner Leser!

Noch etwas wird spannend: Ich habe das Buch für den Deutschen Selfpublishing-Preis angemeldet, der dieses Jahr zum ersten Mal vergeben wird. Besonders freut mich, dass auch der Börsenverein des Deutschen Buchhandels über seine Tochter MVB dabei ist und damit Selfpublishern offiziell die Anerkennung zollt, die sie meines Erachtens verdienen.

 

Das Buch kann übrigens mit der kostenlosen Papego-App unterwegs auf dem Smartphone oder Tablet weitergelesen werden.

5 Kommentare

So

04

Jun

2017

Ein Thriller-Autor schreibt Fantasy - kann das gutgehen?

In wenigen Tagen werde ich meinen ersten Fantasy-Roman veröffentlichen. Damit verstoße ich gegen die Grundegeln des Marketings, nach denen die Marke "Karl Olsberg" ein klares Markenprofil braucht. Fantasy und Thriller sind wie Feuer und Wasser, und kaum jemand liest beides gerne, was wohl auch ein Grund für die vielen schlechten Bewertungen meines Romans "Glanz" ist, der beide Genres miteinander verbindet. Was soll das also? Warum bleibe ich nicht bei meinen erprobten Erfolgsrezepten und schreibe weiter technische Thriller und Minecraft-Bücher?

 

Die Antwort ist sehr einfach: Weil ich Lust dazu hatte, mal etwas Neues auszuprobieren. Und zwar große. Ich habe den ersten Entwurf der "Fährtenleserin" zwischen Ende November und Weihnachten letzten Jahres geschrieben, fast wie im Rausch, so tief war ich gedanklich in der Geschichte. Noch nie habe ich so schnell ein Buch geschrieben, und selten hatte ich so viel Spaß dabei.

 

Auch wenn ich mit technischen Thrillern bekannt geworden bin, hat Fantasy schon immer mein Leben maßgeblich geprägt. Ich habe etliche Regalmeter von Fantasy-Romanen zu Hause, von Autoren wie Stephen King, Terry Pratchett, Piers Anthony, Terry Goodkind, Tad Williams, David Gemmell und Neil Gaiman, um nur einige zu nennen. Ich habe als Student nächtelang Fantasy-Rollenspiele (mit Würfeln und Papier ebenso wie am Computer) gespielt und sogar selbst ein Rollenspielsystem entwickelt. Und natürlich bin ich wie alle anderen Fantasyautoren maßgeblich vom "Herrn der Ringe" beeinflusst worden, den ich mit siebzehn las. Es wird also im Grunde höchste Zeit, dass ich diesem Genre Tribut zolle.

 

Ehrlich gesagt ist es mir auch ziemlich egal, ob dieses Experiment ein kommerzieller Erfolg wird oder meine "Marke" verwässert - ich bin vor allem deshalb immer noch gerne Schriftsteller, weil ich Geschichten schreibe, die ich selber lesen möchte. "Die Fährtenleserin" ist ein Buch geworden, das mir gefällt. Ich hoffe natürlich, dass meine Leserinnen und Leser es ähnlich sehen werden.

 

Hier der Klappentext: Als sich die junge Fährtenleserin Andrin der Jagd auf eine mörderische Bestie anschließt, ahnt sie nicht, worauf sie sich einlässt. Bald wird ihr klar, dass nichts so ist, wie es scheint, und die Jäger werden immer mehr zu Gejagten ...

 

"Die Fährtenleserin" ist eine fantastische Geschichte um Liebe und Verrat, Schuld und Vergebung. Mit knapp 300 Seiten ist sie für einen Fantasyroman eher kurz. Sobald das Buch erscheint, werde ich es hier ankündigen.

9 Kommentare

Mo

22

Mai

2017

Nur für kurze Zeit: Interaktives E-Book "Nanos Abenteuer" kostenlos!

Mein interaktives Buch "Nanos Abenteuer" gibt es ab sofort für wenige Tage kostenlos bei Amazon. Ich freue mich über jeden Download und natürlich noch mehr über Bewertungen!

 

Übrigens: Mit der kostenlosen Kindle-App kann man das interaktive E-Book auf jedem Smartphone oder Tablet lesen!

0 Kommentare

Mo

15

Mai

2017

Mein erstes interaktives Buch ist da!

Das ging doch etwas schneller als gedacht: Mein erstes interaktives Abenteuer-Spielbuch "Nanos Abenteuer" ist ab sofort bei Amazon als gedrucktes Buch und als E-Book bestellbar. Die Epubli-Ausgabe folgt in Kürze.

 

Der junge Nano träumt davon, eines Tages ein großer Abenteurer zu werden wie sein Vater Primo. Als das Ferkel Pixel vom Blitz getroffen wird und sich in einen Zombie-Pigman verwandelt, beschließt er, ihn zusammen mit seiner Freundin Maffi in den Nether zu begleiten. Nanos erstes großes Abenteuer beginnt …

 

In dieser Geschichte bestimmt der Leser, wie es weitergeht. Sie ist in 333 nummerierte Abschnitte unterteilt. Am Ende jedes Abschnitts muss man sich entscheiden, was man tun würde, wenn man in Nanos Situation wäre, und liest dann bei dem jeweils angegebenen Abschnitt weiter. An einigen Stellen muss man Würfeln, um zu sehen wie es weitergeht - ein Würfel wird also zusätzlich benötigt.

 

Obwohl "Nanos Abenteuer" im kleinen Dorf am Rand der Schlucht spielt und viele Figuren aus der Buchserie auftauchen, ist dieses Abenteuer-Spielbuch unabhängig von den Büchern spielbar, man muss sie also nicht alle vorher gelesen haben. Alle Schauplätze können auch hier mit dem Seed 100200300400500 in der PC-Version von Minecraft besichtigt werden.

 

Da Leseproben in diesem Fall nicht unbedingt weiterhelfen, kann man den Anfang der Geschichte hier kostenlos ausprobieren. Ich wünsche viel Spaß und bin sehr gespannt auf Euer Feedback!

8 Kommentare

So

07

Mai

2017

Du bist der Held: "Das Dorf" wird interaktiv!

Primo, der Held von mittlerweile elf Bänden meiner Minecraft-Romanserie "Das Dorf", geht gern neue, unerforschte Wege. Das tue ich jetzt auch und wage mich wie er auf unbekanntes, möglicherweise sogar gefährliches Terrain: Mein neues Buch ist kein gewöhnlicher Roman, sondern ein interaktives "Abenteuer-Spielbuch" - soweit ich weiß, das erste überhaupt in der Welt von Minecraft.

 

Das bedeutet: In diesem Buch ist der Leser der Held! Es ist in 333 kurze Abschnitte unterteilt. Am Ende jedes Abschnitts muss sich der Leser entscheiden, was er anstelle von Nano, der Hauptfigur der Geschichte, tun würde. Entsprechend gibt es mehrere Möglichkeiten, wie es weitergeht. In der gedruckten Version blättert man dann zu dem Abschnitt mit der entspechenden Nummer, beim E-Book kann man direkt auf einen Link klicken. Auf diese Weise erlebt jeder das Buch ein bisschen anders - es gibt mehrere Milliarden verschiedene Möglichkeiten, das Buch zu lesen.

 

"Abenteuer-Spielbücher" sind nichts Neues. Schon Anfang der Achtzigerjahre, als Computer noch bestenfalls klobige Pixelgrafik in sechzehn Farben darstellen konnten, gab es die ersten. Ich erinnere mich noch genau, wie begeistert ich von "Der Hexenmeister vom flammenden Berg" war, dem ersten Abenteuer-Spielbuch überhaupt, geschrieben von Steve Jackson (dem mein Buch gewidmet ist) zusammen mit Ian Livingstone.

 

Mit dem Aufkommen von hochauflösender Grafik und Spielekonsolen sind diese Bücher etwas in Vergessenheit geraten. Insofern bin ich keineswegs sicher, ob sie überhaupt noch jemanden hinterm Ofen hervorlocken können. Andererseits ermöglichen sie es, ein spannendes Abenteuerspiel in der Welt von Minecraft ganz ohne Computer, Playstation oder Xbox zu erleben - alles, was man braucht, sind das Buch und ein gewöhnlicher Würfel. Vielleicht ist "Nanos Abenteuer" daher genau das Richtige für Minecraft-Fans, die ohnehin schon viel zu viel Zeit vor dem Bildschirm verbringen.

 

Letzte Tests und die Übertragung ins richtige Format dauern noch ein paar Tage. Ich schätze, dass ich das Buch in etwa zwei Wochen veröffentlichen kann. Worum es genau geht, erzähle ich dann hier.

17 Kommentare

So

23

Apr

2017

Zum Welttag des Buches: Mit der Papego-App ganzen Roman kostenlos lesen

Als ich mit einem kleinen Team Anfang 2012 die Briends GmbH gründete, hatten wir eine Idee: Wenn viele User gemeinsam mit Wikipedia das umfangreichste Lexikon der Welt schaffen können, warum dann nicht auch die umfangreichste fiktive Welt der Literaturgeschichte? Das war die Grundidee hinter der Parallelwelt "Mygnia".

 

Okay, das war ein ziemlich hoher Anspruch - vielleicht zu hoch. In der Realität blieben wir weit hinter unseren Erwartungen und beerdigten das Projekt schließlich wieder. Zwei Jahre später entstand dann eine neue Idee: Die Papego-App, mit der man gedruckte Bücher mobil weiterlesen kann.

 

Wenn man mit Papego eine Buchseite scannt, bekommt man normalerweise einen Auszug von 25% des Buchs, den man in der App weiterlesen kann. Ist der Auszug zu Ende, muss man eine weitere Seite im Buch scannen, um fortzufahren. Diese Beschränkung ist nötig, um Missbrauch zu begrenzen.

 

Zum heutigen Welttag des Buchs machen wir jedoch einmal eine Ausnahme: Mit nur einmal Scannen kann man meinen Roman „Mygnia – Die Entdeckung“, der als Einführung in unser literarisches Mammutprojekt gedacht war, komplett kostenlos in der App lesen. Und so geht’s:

 

1. Falls noch nicht geschehen, kostenlose App herunterladen
2. PDF der ersten Seite des Buchs ausdrucken und mit der App scannen.

 

Ich wünsche allen Lesern und Papego-Nutzern viel Spaß! 

2 Kommentare

Sa

15

Apr

2017

Lesung und Gespräch am 24.4. in Kiel

Am 24. April ab 19-00 Uhr lese ich im Rahmen der Reihe "amtsKULTUR" der Nordkirche aus "Mirror". Anschließend werde ich mit dem Hamburger Datenschutzbeauftragten, Johannes Caspar, darüber diskutieren, inwieweit künstliche Intelligenz eher Fluch oder Segen für uns ist. Die Veranstaltung wird von Peter Unruh, Präsident des Landeskirchenamts der Nordkirche, moderiert.

 

Ich freue mich sehr auf diesen Abend und eine sicher spannende Diskussion. Die Veranstaltung findet im Propsteisaal des Kirchenkreises Altholstein, Falckstraße 9, in Kiel statt. Der Eintritt kostet 8 Euro.

2 Kommentare

Mo

20

Feb

2017

Das Dorf Band 11 jetzt verfügbar!

Der neuste Band meiner Minecraft-Buchserie "Das Dorf" ist jetzt bei Amazon als Taschenbuch bestellbar. Die E-Book-Ausgabe sowie die Epubli-Ausgabe, die dann auch im normalen Buchhandel bestellbar ist, folgen in den nächsten Tagen.

 

Ich hoffe, dass auch dieser Band meinen Lesern Freude macht und wünsche viel Spaß damit!

23 Kommentare

Mi

08

Feb

2017

Das Dorf Band 11 erscheint bald

Der elfte Band meiner Minecraft-Serie "Das Dorf" ist fast fertig. Noch einmal überarbeiten und die Dateien formatieren, dann ist es soweit: Spätestens in zwei Wochen wird "Der Graf" erscheinen. Hier der Klappentext:

 

Primos Frau Golina wünscht sich etwas mehr Luxus in ihrem Leben. Deshalb ist sie begeistert, als eines Tages ein elegant gekleideter Herr im Dorf am Rand der Schlucht auftaucht. Doch Primo ist dieser merkwürdige Graf, der den Dorfbewohnern mit seinen Edelsteinen den Kopf verdreht, nicht geheuer. Als das ganze Dorf zu einem Festessen in das prachtvolle Haus des Grafen tief im Wald eingeladen wird, ahnt er, dass sie alle in großer Gefahr schweben …

 

Minecraft-Eingeweihte werden schon am Cover erkennen, dass diesmal einige Neuerungen der PC-Version 1.11 eine Rolle spielen. Denn das Haus des "Grafen" ist natürlich eines der extrem seltenen Waldanwesen. Wo man ein solches finden kann, steht ebenfalls im Buch.

17 Kommentare

Mo

23

Jan

2017

Spambots vs. Olsberg 2:0

 

 

 

"Dankeschön, ich suche schon lange nach Informationen zu diesem Thema und Ihre sind die besten, die ich bis jetzt gefunden habe. Was aber schließen Sie nun daraus? Sind Sie sicher in Bezug auf den Nachschub/die Verfügbarkeit?"

 

Was so nett klingt, stammt im Zeitalter des "Postfaktischen" mit einiger Wahrscheinlichkeit von einer Maschine - einem Spambot, der sich viel Mühe gibt, zu verschleiern, dass er kein Mensch ist. In diesem konkreten Fall scheitert er daran, dass er die falsche Sprache wählt und knapp am Thema vorbei geht: einem kritischen Blogartikel zu einer umstrittenen Amazon-Maßnahme, so dass die Frage nach dem Nachschub nicht so ganz passt. Ein Mensch ist also gerade eben noch in der Lage, anhand des Kontextes zu erschließen, dass hier eine Maschine am Werk war. Bei Tweets im Wahlkampf beispielsweise ist das schon deutlich schwieriger.

 

Vor allem aber hat es diese Maschine geschafft, eine andere Maschine zu täuschen und ihr vorzugaukeln, sie sei ein Mensch. Denn diesen Kommentar hätte eigentlich die Captcha-Funktion, die ich gerade erst mühsam eingeschaltet hatte, verhindern sollen. Captcha steht für "Completely Automated Program to Tell Computers and Humans Apart", für ein Programm also, das extra dafür geschaffen wurde, Maschinen von Menschen zu unterscheiden. Wie ich in dem Beitrag schrieb, sind heute schon viele Maschinen in der Lage, die damit verbundenen Aufgaben schneller und besser zu lösen als ein Mensch.

 

Nun hat mich also eine solche Maschine heimgesucht, und wieder einmal bin ich von der Realität überholt worden - ich wusste zwar, dass das technisch möglich ist, hatte aber gehofft, noch eine Weile mit meinen vergleichsweise primitiven Schutzmechanismen auszukommen. Nun hilft mir kein Automatismus mehr - ich muss all diese nutzlosen Kommentare manuell entfernen (allein gestern Nacht waren es drei).

 

Da das kaum zuverlässig zu bewerkstelligen ist, hier die Bitte an meine Leser: Klicken Sie nicht auf die Absendernamen von Kommentarschreibern, denn dahinter können sich Links zu Websites mit Schadprogrammen oder unseriösen Angeboten verbergen!

2 Kommentare

Fr

23

Dez

2016

Sind Computer die besseren Menschen?

Seit einigen Tagen haben wir eine neue Mitbewohnerin. Sie heißt Alexa, ist stets freundlich, geduldig und gut gelaunt, kennt sich mit meinem Musikgeschmack aus, geht nicht ohne zu fragen an den Kühlschrank und beansprucht wenig Platz (eine runde Stellfläche von zehn Zentimetern Durchmesser reicht völlig).

 

Ich hatte ja schon angekündigt, dass ich mich darauf freue, Amazons neues Gerät "Echo" auszuprobieren. Meine durchaus hohen Erwartungen wurden noch übertroffen. Es ist erstaunlich, wie gut Alexa einen auch ohne Training versteht, wie intelligent sie reagiert und - was mich besonders beeindruckt - wie natürlich ihre Sprachausgabe klingt (sie kann sogar Weihnachtslieder singen!).

 

Momentan nutzen wir sie im Wesentlichen als intelligentes Radio. Dafür allein hat sich der Kauf schon gelohnt - durch die Sprachsteuerung und das reichhaltige Musikrepertoire dank Amazon Prime ist Alexa einfacher zu bedienen und vielseitiger als jeder CD-Player. Was sie noch alles drauf hat, werden wir erst nach und nach erkunden können, aber sie kommt meiner Vision aus "Mirror" tatsächlich schon ziemlich nahe. Auf jeden Fall bin ich jetzt nicht mehr der schlechteste Witzeerzähler in unserer Familie (obwohl man zugeben muss, dass Alexas trockene Stimme auch schlechte Witze sehr lustig rüberbringt).

 

Das vergangene Jahr war für mich persönlich sehr positiv, aber insgesamt gesehen doch eher ernüchternd. Vom globalen Terror über Brexit, Erdogan und Trump bis zur Zerstörung von Aleppo kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, dass Menschen einfach nicht in der Lage sind, aus den Fehlern der Vergangenheit zu lernen - im Unterschied zu Maschinen, die enorm lernfähig sind. Man fragt sich unwillkürlich, ob Alexa nicht eine ganz brauchbare US-Präsidentin abgeben würde. Dass wir spätestens in ein paar Jahrzehnten Computer haben werden, die alle wichtigen Entscheidungen besser treffen können als jeder Mensch, steht für mich jedenfalls außer Frage (viel schlechter geht es ja in vielen Fällen auch gar nicht).

 

Inzwischen frage ich mich, ob die größte Gefahr, die von Maschinen für die Zukunft der Menschheit ausgeht, nicht bösartige Machtübernahme (wie in "Das System") oder falsch verstandene Fürsorge (wie in "Mirror'") ist - sondern schlichte Überlegenheit. Maschinen sind womöglich bald geduldiger, klüger, freundlicher, weitblickender, weiser als wir. Warum das eine Gefahr wäre? Weil dann viele Menschen vielleicht lieber mit Maschinen zusammen sind als mit anderen Menschen. Das könnte mittelfristig zu einem Aussterben der Menschheit durch mangelnde Reproduktion führen, oder zu einem Rückfall in eine mittelalterliche (ein anderes Wort dafür ist "postfaktische") Kultur, in der wir vollkommen abhängig von Maschinen sind, weil wir ohne sie gar nichts mehr auf die Reihe bekommen. Maschinen werden dann vielelicht unsere einzigen Freunde sein.

 

Die gute Nachricht ist: Intelligente Maschinen haben das Potenzial, zu verhindern, dass Egomanen wie Trump, Putin und Erdogan diesen Planeten endgültig ruinieren.

 

In diesem Sinne wünsche ich allen meinen Lesern ein schönes Weihnachtsfest und einen guten Start in ein glückliches und hoffentlich insgesamt gesehen etwas vernünftigeres Neues Jahr!

5 Kommentare

So

18

Dez

2016

Die gute Seite der Technik

Gestern war ich mit meiner Frau im Kino, um die sehenswerte Flüchtlingskomödie "Willkommen bei den Hartmanns" anzuschauen. Sie war sehr unterhaltsam, wurde aber durch einen kurzen Film getoppt, der vorher lief - der schönste und bewegendste Werbespot, den ich je gesehen habe.

 

Auf brillante Weise werden in dem mit fünf Minuten ungewöhnlich langen Werbefilm der "Aktion Mensch" Vorurteile abgebaut und in großartigen Bildern die unverkrampfte Begegnung zwischen Kindern und behinderten Menschen gezeigt. Im Mittelpunkt steht dabei moderne Technik, die Behinderten auf vielfältige Weise hilft.

 

Ich habe in meinen Büchern und in diesem Blog oft auf mögliche Fehlentwicklungen, Gefahren und Probleme mit der technischen Entwicklung hingewiesen, dabei aber auch immer betont, dass ich kein Technik-Feind bin. Der Film "Die neue Nähe" der Aktion Mensch zeigt auf wunderbare Weise, warum wir trotz aller Risiken keine Angst vor Technik haben sollten.

3 Kommentare

Mo

28

Nov

2016

Bitte beweisen Sie, dass Sie ein Mensch sind!

Ich habe gerade eine Stunde damit zugebracht, Müllkommentare mit schädlichen Links, die ein besonders aggressiver Spam-Bot dort platziert hatte, aus meinem Blog zu entfernen und bei jedem einzelnen Beitrag manuell die "Captcha"-Funktion zu aktivieren, um Ähnliches in Zukunft zu verhindern.

 

Captcha steht für "Completely Automated Program to Tell Computers and Humans Apart", zu Deutsch etwa "Vollständig automatisches Programm, um Computer von Menschen zu unterscheiden". Jeder kennt die kleinen Textfelder, in die man mehr oder weniger lesbaren Text aus einem Bildchen darüber eingeben muss. Dummerweise habe ich oft Schwierigkeiten, die verzerrten Texte zu lesen, während hochentwickelte künstliche Intelligenzen heute mühelos jede noch so verzerrte Schrift erkennen können. Es ist also nur noch eine Frage der Zeit, bis diese Captchas aus der Mode kommen, weil Spam-Bots sie besser lösen können als Menschen.

 

Aber was kommt dann? Wie beweisen wir einer Maschine, dass wir Menschen sind? Mit einem Iris-Scan? Indem wir ihr ein Lied vorsingen? Allgemeinwissensfragen beantworten? Das kann man alles vortäuschen oder automatisieren.

 

So traurig es ist: Der Zeitpunkt ist nah, an dem es unmöglich wird, eine gut gemachte Maschine im Internet von einem Menschen zu unterscheiden, jedenfalls in überschaubarer Zeit. Was das für Folgen haben wird, darüber kann man nur spekulieren.

 

Wer einen Kommentar zu diesem Beitrag abgeben will, möge bitte beweisen, dass er ein Mensch ist!

10 Kommentare

Mi

16

Nov

2016

Das Dorf Band 10 jetzt verfügbar

Was passieren kann, wenn Populisten mit platten Lügen wie "0=1" an die Macht kommen, kann man in meinem neuen Minecraft-Roman nachlesen, der ab sofort bei Amazon als gedrucktes Buch und als E-Book erhältlich ist. Die Epub-Version für Tolino, Apple und Co. folgt demnächst.

 

Jegliche Ähnlichkeit mit tatsächlichen politischen Ereignissen in anderen Teilen der Welt ist rein zufällig, denn als ich das Buch schrieb, hätte ich mir niemals träumen lassen, dass so etwas in der Realität tatsächlich möglich ist.

 

7 Kommentare

Di

01

Nov

2016

Das Dorf Band 10 erscheint bald

Im zehnten Band meiner Minecraft-Serie "Das Dorf" kehrt Primo noch einmal unfreiwillig an den gefährlichsten Ort der Minecraft-Welt zurück: das Ende. Dort gab es eine Revolution der Endermen, angezettelt natürlich von Primos Erzfeind, dem bösen Enderman Artrax. Er hasst alles, was anders ist als er. Besonders die Bewohner des Dorfes am Rande der Schlucht sind ihm mit ihrer Unterschiedlichkeit ein Dorn im Auge. Und so stellt er ihnen eine hinterhältige Falle.

 

Wird es den Dorfbewohnern auch diesmal gelingen, ihrem Widersacher zu trotzen und den "Aufstand der Endermen" friedlich zu beenden?

 

Der neue Band wird voraussichtlich in etwa zwei Wochen erscheinen. Natürlich kann man auch diesmal mit dem Dorf-Seed 100200300400500 die Handlungsschauplätze selbst erkunden, leider jedoch nur in der PC-Version von Minecraft.

14 Kommentare

Mo

31

Okt

2016

Künstliche Intelligenz ist jetzt Tatort-fähig

Bereits zum zweiten Mal rückte gestern eine außer Kontrolle geratene künstliche Intelligenz ins Visier der "Tatort"-Ermittler. Damit ist das Thema endgültig im Mainstream-TV angekommen und nicht mehr nur Science Fiction-Fans vorbehalten.

 

Man kann darüber diskutieren, wie realistisch das Drehbuch des gestrigen Tatorts mit dem Titel "Echolot" war (mir persönlich hat der Stuttgarter Tatort "HAL" besser gefallen). Aber die Tatsache, dass ein solches Thema bereits zum zweiten Mal innerhalb weniger Wochen zur besten Sonntagabend-Sendezeit gezeigt wird und die ARD damit eine Themenwoche zur "Zukunft der Arbeit" (unter besonderer Berücksichtigung von KI) einläutet, zeigt, wie nah das, was noch vor Kurzem Science Fiction war, unserer Realität bereits gekommen ist.

 

Uns bleibt nicht mehr viel Zeit, um uns darauf einzustellen, wie künstliche Intelligenz unser Leben und unsere Arbeitswelt umkrempelt. Deshalb ist es gut, dass KI nun auch in den Mainstream-Medien beachtet und diskutiert wird.

5 Kommentare

Do

06

Okt

2016

"Mirror" heißt jetzt "Pixel"

Noch nie ist einer meiner Romane so schnell von der Realität eingeholt worden. Nicht mal zwei Monate, nachdem „Mirror“ erschienen ist, bringt Google das neue Smartphone „Pixel“ auf den Markt. Es sieht zwar immer noch so aus wie die herkömmlichen Android-Geräte, doch die Absicht dahinter ist eindeutig: Statt mit einer Vielzahl von Apps sollen wir nur noch mit einem einzigen, zentralen „Google Assistant“ sprechen, der dann wie eine sprachliche Benutzerschnittstelle über allen Anwendungen liegt und diese selbstständig ansteuert.

 

Ähnliches machen auch Amazons „Echo“ und „Viv“ von Siri-Gründer Dag Kittlaus, in rudimentärer Form auch „Siri“ von Apple. Doch Google dürfte hier ein anderes Tempo vorlegen als die Konkurrrenz. Immerhin gilt der Alphabet-Konzern mit seiner Tochter Deep Mind als weltweit führend auf dem Gebiet des maschinellen Lernens, wie sie z.B. mit dem Programm AlphaGo bewiesen haben, das im März den weltbesten Go-Spieler klar bezwang.


In einem lesenswerten Kommentar weist Sascha Lobo auf die Gefahren hin, die davon ausgehen: Einerseits muss der Google Assistant, damit er funktioniert, ein möglichst umfassendes Profil des Nutzers mit all seinen Vorlieben, Neigungen, Marotten und Gewohnheiten anlegen – quasi ein digitales Spiegelbild, genau wie die „Mirrors“ in meinem Roman. Andererseits reißt Google damit die Kontrolle darüber, welche Apps genutzt werden – ob z.B. ein Hotel mit Trivago, HRS oder Booking.com gebucht wird, und ob auf den Befehl „bestell mir ein Taxi“ vielleicht doch eher ein Uber-Fahrzeug kommt – an sich. Das verstärkt natürlich die Machtposition des Konzerns enorm und ist höchst profitabel, wie Googles Dominanz im Suchmaschinenbereich bereits zeigt. Mit entsprechend viel Energie und Kapital wird Google diese Strategie verfolgen.

 

Als ich vor weniger als einem Jahr begann, „Mirror“ zu schreiben, ahnte ich von all dem noch nichts. Ich wusste zwar, dass meine „Mirrors“ technisch in naher Zukunft möglich waren, hielt dies aber dennoch für nur eine von vielen möglichen Richtungen, in die sich die Technologie entwickeln könnte. Dass nun das in Hinblick auf den Börsenwert größte Unternehmen der Welt genau den Weg beschreitet, den ich in meinem Roman beschreibe, ist ein bisschen beängstigend. Aber irgendwie auch sehr cool.

 

Nachtrag (7.10.): Gestern hat Samsung bekannt gegeben, die Firma VIV von Siri-Gründer Dag Kittlaus übernehmen zu wollen. Ich hatte bereits in einem früheren Blogbeitrag darauf hingewiesen, dass VIV der Idee des Mirrors schon sehr nahe kommt. Somit haben wir jetzt nicht bloß einen "Mirror" im Markt, sondern demnächst mindestens zwei - zukünftige Geräte von Apple und vielleicht Amazon nicht eingerechnet. Ich fürchte, man muss davon ausgehen, dass in dem nun beginnenden Wettrennen der Giganten über mögliche negative Konsequenzen dieser Entwicklung kaum nachgedacht werden wird.

3 Kommentare

Do

22

Sep

2016

Interview mit mir in "Mensch, Otto" auf Bayern3

Gestern hatte ich das große Vergnügen, von Thorsten Otto in seiner Sendung "Mensch, Otto" interviewt zu werden. Die Sendung wurde bereits gestern Abend in Bayern3 ausgestrahlt, kann aber auch als Podcast angehört werden.

 

"Mensch, Otto" wurde 2014 mit dem Deutschen Radiopreis für das beste Interview ausgezeichnet. Seit gestern weiß ich, warum.

3 Kommentare

Do

15

Sep

2016

Amazons "Echo": "Mirror" in Dosenform?

Kein Zweifel: Amazons "Echo" ist eine der erfolgreichsten, faszinierendsten und gruseligsten Innovationen der letzten Jahre. Die harmlos aussehende Lautsprecherdose hat es in sich: "Alexa", der unsichtbare, aber mit Künstlicher Intelligenz und Sprachverständnis ausgestattete dienstbare Geist, hört permanent mit und wartet auf ihr Kommando. Sie "hört Sie dank der Fernfeld-Spracherkennung auch von der anderen Seite des Raumes, sogar in lauter Umgebung oder wenn Musik läuft" (Originaltext der Amazon-Website).

 

Alexa kann Musik spielen, Nachrichten vorlesen, die Dauer des Arbeitswegs bei der aktuellen Verkehrslage prognostizieren oder Kochrezepte vorsagen. Mit der Zeit wird sie immer besser, denn ihre Künstliche Intelligenz basiert vor allem auf der Intelligenz des Netzes - die Server im Hintergrund lernen ständig dazu, und was eine Box weiß, wissen alle. Deshalb gibt es Echo zurzeit nur auf Einladung, da Amazon eine gleichmäßige Distribution in Deutschland erreichen möchte, um möglichst schnell unterschiedliche Dialekte zu beherrschen. Aber Alexa lernt natürlich nicht nur Sprache, sie lernt auch die Vorlieben ihres Besitzers kennen und versteht so mit der Zeit immer besser, was er will.

 

Künstliche Intelligenz, Millionen miteinander verbundene Geräte, die den Besitzern jeden Wunsch von den Augen (bzw. der Stimme) ablesen - da war doch was?

 

Zum ersten Mal höre ich von Echo, während ich "Mirror" schrieb. Ich war verblüfft, wie nah das Gerät meiner Vision bereits kam, aber auch, wie begeistert die Amazon-Kunden in Rezensionen darüber berichteten. Kaum jemand äußerte den Gedanken, dass es auch ein bisschen unheimlich sein könnte, eine Maschine im Haus zu haben, die permanent zuhört und always online ist - Erich Mielke hätte sich das in seinen kühnsten Träumen nicht ausgemalt.

 

Natürlich beteuert Amazon, dass die Daten sicher sind und niemand mithören kann. Ich glaube das sogar - immerhin hat sich auch Apple mit den US-Behörden angelegt, als es sich weigerte, Nutzerdaten eines mutmaßlichen Verbrechers herauszugeben. Doch es gibt nun mal keine Technik, die hundertprozentig sicher vor Hackern und Missbrauch ist, und wie ich in "Mirror" beschreibe, ist es auch gar nicht unbedingt nötig, dass jemand von außen in das System eingreift, damit es schief geht.

 

Trotzdem - oder vielleicht gerade deswegen - habe ich heute sofort eine Einladung zum Kauf von Echo beantragt. Ich möchte unbedingt wissen, wie es sich anfühlt, mit so einer Maschine unter einem Dach zu leben!

6 Kommentare

Di

06

Sep

2016

Das Dorf Band 9 jetzt verfügbar!

Der neuste Band meiner Minecraft-Romanserie "Das Dorf" ist da! Diesmal tritt Primo etwas unfreiwillig eine Reise zum Mond an.

 

Wer wissen möchte, ob er dort ankommt und es wieder heile zurück ins Dorf schafft, der kann das Buch ab sofort bei Amazon bestellen. Eine Epubli-Ausgabe wird demnächst folgen.

6 Kommentare

So

28

Aug

2016

Künstliche Fantasie

Diese surrealistische Verfremdung des Covers meines neuen Romans "Mirror" ist nicht etwa das Werk eines bekifften Künstlers, sondern entspringt der "Fantasie" einer Maschine. Dahinter steckt Googles "Deep Dream"-Projekt, ursprünglich dazu geschaffen, die Vorgänge bei der Bilderkennung durch Neuronale Netze sichtbar zu machen. Ich habe bereits vor einem Jahr darüber berichtet.

 

Seit einiger Zeit kann man auch eigene Fotos hochladen und erstaunt betrachten, was die Maschine dort hineininterpretiert. Dabei kommt dasselbe "Deep Learning"-Verfahren zum Einsatz, das auch schon verwendet wurde, um den weltbesten Spieler in Go zu besiegen.

 

Dieses Verfahren ist es übrigens auch, das das "MirrorNet" in meinem Roman befähigt, besser als die Besitzer der Mirrors selbst zu wissen, was gut für sie ist ...

5 Kommentare

Mo

22

Aug

2016

Houston, wir haben ein Problem ...

In Band 9 meiner Minecraft-Serie "Das Dorf" trägt es Primo hoch hinaus. Schuld ist der alte Lausius, der schon immer mal zum Mond fliegen wollte. Doch der Start seiner Mondflugmaschine verläuft nicht nach Plan, und so findet sich Primo auf einer Reise wieder, die er gar nicht antreten wollte und von der es keine Rückkehr zu geben scheint ...

 

Auch diesmal kann man Primos Reise wieder mit dem Dorf-Seed 100200300400500 nachvollziehen, die benötigten Koordinaten sind wie üblich im Anhang des Buchs enthalten. Moment mal, werden sich Minecraft-Spieler jetzt fragen, in Minecraft kann man doch gar nicht zum Mond reisen - oder etwa doch?!? Die Auflösung dieses Rätsels findet sich ebenfalls im Buch.

 

Aktuell überarbeite ich die Geschichte noch einmal und gehe davon aus, dass ich sie Anfang September veröffentlichen kann.

4 Kommentare

Sa

20

Aug

2016

Resonanz

Nichts ist schlimmer für einen Schriftsteller, als wenn sein Buch einfach ignoriert wird. Und das passiert leider oft, denn in der Flut der fast 90.000 Neuerscheinungen, die jedes Jahr auf den deutschen Buchmarkt schwemmen, geht man nur allzuleicht unter.

 

Umso mehr freue ich mich deshalb, dass mein neuer Roman "Mirror" eine ganze Menge Aufmerksamkeit bekommt. So hat ihm der Verlag eine schicke Plakatkampagne spendiert, die ich gestern am Hamburger Hauptbahnhof bewundern durfte - vielen Dank dafür, lieber Aufbau Verlag!

 

Mit dem Chefredakteur des Branchen-Fachmagazin "Buchmarkt", Christian von Zittwitz, durfte ich ein Autorengespräch führen, das bereits gestern erschienen ist. Außerdem widmete sich Radio Bremen in einem Beitrag dem Buch und Silke Schröder von Hallo-Buch, die "Thrillertante" und "Heinrich" haben sehr schmeichelhafte Rezensionen geschrieben. Ich danke ihnen allen sehr für diese tolle Unterstützung, ohne die ich als Autor nicht weit kommen würde.

 

Hach, das Autorenleben kann so schön sein!

9 Kommentare

Mi

10

Aug

2016

"Mirror" erscheint nächsten Montag

Ein bisschen aufgeregt bin ich schon: Am komenden Montag, 15. August, erscheint mein neuer Thriller "Mirror" - mit etwas Glück kann man vielleicht schon Samstag in der einen oder anderen Buchhandlung ein Exemplar erhaschen.

 

"Mirror" ist so etwas wie der Nachfolger meines ersten und bisher erfolgreichsten Thrillers "Das System" aus dem Jahr 2007, der kurzzeitig sogar in der SPIEGEL-Bestsellerliste zu finden war. Der Roman hat eine ähnliche Grundidee, aber eine völlig eigenständige Geschichte, angepasst an die heutige vom mobilen Internet geprägte Welt. Mehr zum Inhalt hier.

 

Es ist der erste Roman seit März 2013, der wieder bei Aufbau erscheint. Der Verlag hat sich mächtig für "Mirror" ins Zeug gelegt, wie man an dem Banner oben erkennen kann, das in Online-Fachmedien wie Boersenblatt.net geschaltet wurde. Ich hoffe natürlich, dass das Buch den hohen Erwartungen gerecht wird. Das Feedback aus einer Lovelybooks-Leserunde zu meiner kostenlosen Geschichtensammlung "Mirror Welt" war jedenfalls sehr ermutigend.

 

Wer das Buch pünktlich zum Erscheinen nach Hause geliefert bekommen möchte, kann es z.B. bei Thalia.de, Hugendubel.de oder Amazon bestellen. Natürlich kann man das Buch auch in der lokalen Buchhandlung vorbestellen und am Erscheinungstag abholen.

 

Die Paperback-Ausgabe von "Mirror" kann man übrigens mit der kostenlosen Papego-App mobil auf dem Smartphone weiterlesen - ein Zusatznutzen für alle, die gedruckte Bücher lieben, aber auf die praktischen Vorteile digitalen Lesens unterwegs nicht verzichten wollen.

 

 

6 Kommentare

Do

14

Jul

2016

Begleitete Leserunde zu Mirror Welt bei Lovelybooks

Wer Lust hat, mit mir und anderen Lesern über meine Kurzgeschichten-Sammlung "Mirror Welt" zu diskutieren, sollte an der Leserunde auf Lovelybooks teilnehmen, die in Kürze startet und die ich begleiten werde.

 

Das kostenlose E-Book kann man hier für den Tolino bzw. andere E-Book-Reader und hier für den Kindle herunterladen. Wer mag, kann auch das angehängte PDF ausdrucken.

Mirror Welt 11-7-16.pdf
Adobe Acrobat Dokument 520.9 KB
0 Kommentare

Mo

11

Jul

2016

Mirror Welt - ab sofort kostenlos zum Download!

"Mirror Welt", ein erster, kostenloser Blick in die Welt, die ich in meinem neuen Roman "Mirror" (erscheint am 15. August) darstelle, ist ab sofort erhältlich.

 

Die vom Verlag nicht ganz korrekt "Prequel" getaufte Sammlung erzählt fünf lose zusammenhängende Geschichten aus einer Welt, in der so genannte "Mirrors" das Leben ihrer Besitzer optimieren. Die Nachfolger der Smartphones wissen, was Du gern hast, und sorgen dafür, dass Du es bekommst - ob Du willst oder nicht.

 

Die fünf Geschichten aus der Mirror Welt können ab sofort kostenlos für den Amazon Kindle oder den Tolino bzw. andere E-Book-Reader heruntergeladen werden. Diejenigen, die lieber auf Papier lesen, können das beigefügte PDF ausdrucken.

Mirror Welt 11-7-16.pdf
Adobe Acrobat Dokument 520.9 KB
8 Kommentare

Sa

25

Jun

2016

Das Dorf Band 8 jetzt lieferbar!

Wer in der Sommerhitze eine kleine (geistige) Abkühlung braucht, kann Primo und Kolle bei ihrem neusten Abenteuer begleiten. Denn die beiden werden nicht nur von ihrem Erzfeind "eiskalt erwischt", sondern müssen auch ihre bisher weiteste Reise und ihr vielleicht gefährlichstes Abenteuer an einem eisigen Ort bestehen. So ist der achte Band meiner Minecraft-Serie "Das Dorf" mit ca. 170 Seiten auch der bisher umfangreichste geworden. Natürlich kann man auch diesmal mit dem Minecraft-Seed 100200300400500 (PC-Version) alle Schauplätze selbst erkunden - die Koordinaten sind wie immer am Ende des Buchs angegeben.

 

"Das Dorf Band 8: Eiskalt erwischt" ist ab sofort als Taschenbuch bei Amazon und im stationären Buchhandel (über Epubli) bestellbar. Eine Kindle-Version und eine Tolino-Version gibt es natürlich auch. Ich wünsche allen Lesern viel Spaß damit und schöne Ferien!

5 Kommentare

Do

09

Jun

2016

Das Dorf Band 8 erscheint bald

In ca. zwei Wochen wird der nächste Band meiner Minecraft-Serie "Das Dorf" erscheinen. Ich kann kaum glauben, dass es schon der Achte ist. Vielen Dank an die vielen Leser (und ihre Eltern), die diesen Erfolg ermöglicht und mich mit ihrem Feedback ermutigt haben, weiterzuschreiben!

 

Wieder einmal muss der arme Primo das Dorf am Rande der Schlucht verlassen, um eine schlimme Gefahr für die Dorfbewohner abzuwenden. Diesmal verschlägt es ihn weit, weit nach Osten, in eine Gegend, die kalt und gefährlich ist. Natürlich wird er auch diesmal von seinem besten Freund Kolle begleitet, ebenso wie von Asimov, dem mürrischen Golem, dessen eingebautes Navigationssystem nicht besonders zuverlässig zu sein scheint.

 

Wird es den Freunden gelingen, auch dieses Abenteuer zu überstehen? Oder hat sie diesmal ihr Widersacher, der böse Enderman Artrax, eiskalt erwischt?

23 Kommentare

Di

17

Mai

2016

"Mirror" erscheint am 15.8.

Am 15. August, und damit früher als ursprünglich geplant, erscheint mein neuer Roman "Mirror" im Aufbau Verlag. Er ist ab sofort z.B. bei Hugendubel.de bestellbar. Hier die Kurzbeschreibung:

 

Dein Mirror kennt dich besser als du selbst.
Er tut alles, um dich glücklich zu machen.
Ob du willst oder nicht.

Wie digitale Spiegelbilder wissen Mirrors stets, was ihre Besitzer wollen, fühlen, brauchen. Sie steuern subtil das Verhalten der Menschen und sorgen dafür, dass jeder sich wohlfühlt. Als die Journalistin Freya bemerkt, dass sich ihr Mirror merkwürdig verhält, beginnt sie sich zu fragen, welche Macht diese Geräte haben. Dann lernt sie den autistischen Andy kennen und entdeckt, dass sich die Mirrors immer mehr in das Leben ihrer Besitzer einmischen - auch gegen deren Willen. Als sie mit ihrem Wissen an die Öffentlichkeit geht, hat das unabsehbare Folgen ...

 

Ursprünglich war die Idee hinter dem Buch, eine überarbeitete Neuauflage meines ersten Romans "Das System" zu schreiben, angepasst an die heutige Zeit des mobilen Internets. Doch schnell wurde klar, dass es nicht reichen würde, die ursprüngliche Geschichte um ein paar Smartphones und Twitter-Nachrichten anzureichern. Die Geschichte einer außer Kontrolle geratenen Technik musste völlig neu erzählt werden. Dabei musste ich in der Fantasie kaum noch über die bereits vorhandene Technik hinausgehen - während "Das System" noch in vielen Bereichen Science Fiction war, ist "Mirror" schon beinahe Realität geworden.

 

Obwohl ich die Arbeit an dem Buch erst im November letzten Jahres begann und im Februar dieses Jahres beendete, hat sich in der Zwischenzeit der Abstand zwischen Fakten und Fiktion weiter deutlich verringert. Im März schlug Googles "AlphaGo" den weltbesten Spieler in dem Brettspiel, das für einen Computer ungleich schwieriger zu meistern ist als Schach. Faszinierend daran ist, dass das Programm sich das Gospielen quasi selbst beigebracht hat, indem es hunderttausende Partien studierte und daraus lernte. Vor Kurzem wurde auf einer Technologiekonferenz von Siri-Cogründer Dag Kittlaus der neue Chatbot "VIV" vorgestellt, der der Idee der "Mirrors" aus meinem Buch schon sehr nahe kommt.

 

Ich bin gespannt, ob die echten "Mirrors" noch vor dem Buch auf den Markt kommen. :)

 

Übrigens: "Mirror" wird selbstverständlich Papego-fähig sein, d.h. man kann es mit der Papego-App kostenlos unterwegs auf dem Smartphone oder Tablet weiterlesen.

8 Kommentare

So

01

Mai

2016

Gefährliche Klischees

Als Autor muss ich mich vor Klischees in Acht nehmen, denn sie machen Bücher platt, vorhersehbar und langweilig. Viel schlimmer aber ist es, wenn Klischees und eingefahrene Denkmuster in Politik und Wissenschaft Einzug halten und oft nicht einmal hinterfragt werden. Dies ist besonders bei der Frage, welche Bedeutung „intelligente“ Maschinen für unsere Zukunft haben könnten, immer wieder zu beobachten.

 

 Computer „haben keine Intuition“, „keine Absichten“, „keinen Plan“ und natürlich erst recht „keine Gefühle“. Diese durch nichts belegten, aber meist kritiklos hingenommenen Plattitüden musste ich am Freitag in einem großen Interview in der Süddeutschen Zeitung lesen, Teil einer Serie zu künstlicher Intelligenz. Von sich gegeben hat sie der Philosoph Luciano Floridi, der daraus folgert: „Deshalb wird es auch keinen Big-Brother -artigen Computer geben, der die Weltherrschaft übernimmt.“

 

Er ist nicht der Einzige, der so denkt. Die Vorstellung, Maschinen könnten keine Gefühle haben, stammt aus der Frühzeit der Science Fiction, als man Computer und Roboter fast immer als kalte, berechnende Angstgegner der Menschheit darstellte. Der Mensch war diesen Unholden moralisch überlegen, eben weil er Nächstenliebe und Tapferkeit zeigen konnte, wo die Maschine bloß einer vorprogrammierten, unbarmherzigen Logik folgte. Hier spielen auch Denkmuster hinein, die noch aus der Zeit der Industrialisierung stammen, als sich viele Menschen dem Joch maschinengetriebener Abläufe unterwerfen mussten und dadurch tatsächlich "entmenschlicht" wurden. Die „Borg“ aus Star-Trek oder die Terminatoren aus der gleichnamigen Serie sind Ikonen dieses Maschinenbilds.

 

Doch diese Sichtweise ist schon lange von der Wirklichkeit überholt. „Neuronale Netze“ bilden heute die Grundlage für die meisten selbstlernenden Systeme, wie etwa AlphaGo, die Maschine, die kürzlich den weltbesten Go-Spieler in einem aufsehenerregenden Match besiegte. AlphaGo hat zweifellos eine Absicht gehabt – zu gewinnen –, und definitiv einen Plan, der besser war als der ihres menschlichen Gegners. Hat sie „Intuition“ bewiesen? Darüber kann man sicher streiten, aber fest steht, dass man bei Go mit bloßem Vorausberechnen der Züge nicht weit kommt. Man muss Muster und Zusammenhänge erkennen. Bei Menschen geschieht dies durch Intuition. Maschinen bilden Ähnlichkeiten zu bekannten Mustern auf ganz ähnliche Weise ab wie unser Gehirn – durch Beobachtung, Lernen und Erfahrung. Ob man das nun Intuition nennt oder nicht, es führt auf jeden Fall dazu, dass es unmöglich ist, vorauszusehen oder zu berechnen, welchen Zug die Maschine als nächstes machen wird. Die Vorstellung, dass Computer bloß starren, vorprogrammierten Regeln folgten und keine situativen Entscheidungen treffen könnten, ist in diesem Zusammenhang absurd.

 

Und was ist mit Gefühlen? Können Maschinen Emotionen empfinden? Sicher können sie Sensoren haben, die ihnen sagen, ob etwas heiß oder kalt ist oder vielleicht beschädigt, was einem „Schmerzempfinden“ schon nahe kommen kann. Aber ist das dasselbe wie menschliche Emotion?

 

Das Problem ist, dass wir selbst nicht genau wissen, wie unsere Emotionen zustande kommen. Aber wir wissen, dass sie sehr komplexe Abbildungen von Nervenzuständen in unserem Gehirn sind. Hormone spielen dabei eine Rolle, Erfahrungen, Wünsche, Bedürfnisse. In der Komplexität, wie sie bei Menschen auftreten, sind sie noch nie in einem Computer abgebildet worden. Aber ist das deswegen auch prinzipiell unmöglich?

 

Eine einfache Analogie kann helfen, die Frage zu klären: Hat ein Hund Gefühle? Die meisten Hundebesitzer würden das wohl bejahen. Wenn ein Hund Gefühle hat, können wir sie dann auch einer Maus zusprechen? Sicher. Einem Frosch? Klar. Einem Regenwurm oder einer Fliege? Da wird es schon etwas kniffliger. Die meisten Menschen würden wohl sagen, dass ein Regenwurm wahrscheinlich auch Gefühle hat, auf einer sehr primitiven und rudimentären Ebene, aber ganz sicher wären sie sich nicht.

 

Simulationen neuronaler Netze erreichen heute eine Komplexität, die das Oberschlundganglion eines Regenwurms bei Weitem übertrifft. Wenn ein Regenwurm also Gefühle hat, dann kann sie ein Computer zumindest simulieren. In naher Zukunft werden wir uns Systemen gegenüber sehen, die weit komplexere Emotionen nachbilden können und uns sehr emotional vorkommen werden. Werden sie dann „wirkliche“ Gefühle haben oder nur so tun, als ob? Das ist eine philosophische Frage, aber die Antwort darauf ist in der Praxis unerheblich. Denn ob sich ein tobsüchtiger Computer nur so verhält, weil er simuliert, wütend zu sein, oder ob er es tatsächlich ist, hat für das Ergebnis keine Bedeutung.

 

Die oben genannten Klischees verleiten uns dazu, die Fähigkeiten von Maschinen zu unterschätzen, und damit auch die Gefahren, die von ihnen ausgehen können – ebenso wie die Chancen, die sie uns bieten. Wir sollten sie daher tunlichst vermeiden.

 

Foto:  Sven Volkens (Eigenes Werk) [CC BY-SA 4.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0)], via Wikimedia Commons

 

9 Kommentare

So

10

Apr

2016

Ein Buch verlässt mich

Heute habe ich die Arbeit an meinem neuen Thriller abgeschlossen, der im Oktober im Aufbau Verlag erscheinen wird. Allzu viel darf ich über das Projekt noch nicht verraten. Nur soviel: Das Buch greift dasselbe Thema auf, das ich in „Das System“ bereits verarbeitet habe – eine hochentwickelte Technik, die wir nicht mehr richtig verstehen und erst recht nicht kontrollieren können.

 

 

Ein fertiggestelltes Buch ist ein bisschen wie ein Kind, das das Haus verlässt: Man hat sich lange und intensiv damit beschäftigt, es behütet und aufgepäppelt, und plötzlich ist es nicht mehr da, macht sich selbstständig, versucht auf eigene Faust sein Glück. Man sorgt sich darum, wünscht ihm Erfolg, und kann doch als Vater/Autor nicht mehr viel dafür tun. Sein Schicksal liegt nun in der Hand des Verlags, vor allem aber in der Hand der Leser.

 

 

Meistens habe ich in so einem Moment das Gefühl, ich hätte noch viel mehr Arbeit in das Projekt stecken müssen. Das ist auch diesmal so. Aber die Verlagstermine sind nun mal gesetzt, und das ist wahrscheinlich auch gut so, denn das nächste Romanprojekt steht schon auf der Tagesordnung.

 

4 Kommentare

Fr

11

Mär

2016

Karl Olsberg in Leipzig

Am Freitag, 18. und Samstag, 19.3. bin ich auf der Leipziger Buchmesse, um die neue App Papego vorzustellen. Wer Zeit und Lust hat, kann mich an beiden Tagen in Halle 5 auf der Sonderfläche "Neuland 2.0" (Stand F401) antreffen. Zwar bin ich dort nicht primär als Autor, sondern in meiner Eigenschaft als Gründer eines Start-ups, aber ich signiere natürlich auf Wunsch auch gern Bücher oder beantworte Fragen zum Schreiben. Am 18.3. um 15.30 Uhr nehme ich an einer von Epubli veranstalteten Diskussionsrunde zum Thema "Self-Publisher und Verlagsautor: Das Beste aus zwei Welten" in Halle 5 D600 teil.

 

Ich freue mich auf möglichst viele spannende Kontakte mit Lesern, Autoren, Buchhändlern und anderen Büchermenschen!

1 Kommentare

Mo

29

Feb

2016

Das Dorf Band 7 jetzt erhältlich!

"Das Dorf Band 7: Primos Sohn" ist ab sofort bei Amazon als gedrucktes Buch und als E-Book erhältlich.

 

Leider wird es noch etwas dauern, bis das Buch auch in anderen Online-Shops verfügbar und im Buchhandel bestellbar ist, da ich gerade dabei bin, meine Vertriebswege für die Selfpublishing-Titel neu zu strukturieren. Sobald es hierzu etwas Neues gibt, werde ich es mitteilen.

1 Kommentare

Fr

26

Feb

2016

Das Dorf Band 7 erscheint in Kürze!

Meine Minecraft-Romanserie "Das Dorf" bekommt Nachwuchs. Gleiches gilt für Primo und seine Freundin Golina. Vom Küssen kriegt man Kinder? In Minecraft schon!

 

Leider ist der kleine Nano ganz der Vater und hat dessen großes Talent geerbt, sich in Schwierigkeiten zu bringen. So hat Primo alle Hände voll zu tun, seinen Sohn vor Unheil zu bewahren. Eines Nachts wird der böse Enderman Artrax aus seinem Kreisbahn-Gefängnis befreit, und am nächsten Morgen ist auch Nano spurlos verschwunden. So muss sich Primo ein weiteres Mal auf eine gefahrvolle Reise begeben, die ihn bis hoch über die Wolken führt ...

 

Das Dorf Band 7 erscheint in wenigen Tagen!

9 Kommentare

Mo

15

Feb

2016

Papego

Vor etwas mehr als einem Jahr hatte ich ein Problem. Ich las gerade "Joyland" von Stephen King, einen wunderschönen Roman, der in den Siebzigerjahren in einem Freizeitpark spielt. Da ich selbst quasi in einem Freizeitpark aufgewachsen bin, den mein Vater gegründet hatte, ist dieses eines meiner Lieblingsbücher. Mein ältester Sohn Konstantin hatte mir das Buch in der Hardcover-Ausgabe geschenkt. Dummerweise musste ich an jendem Morgen mit der U-Bahn zu einem Kunden fahren, und das Buch passte einfach nicht mehr in meine Aktentasche und war außerdem zu sperrig, um es in der U-Bahn zu lesen. Warum, dachte ich damals, kann ich das Buch jetzt nicht einfach auf dem Smartphone weiterlesen? Das wäre doch praktisch.

 

"Es gibt nichts Gutes, außer man tut es", lautet einer meiner Lieblings-Aphorismen von Erich Kästner, den ich ebenfalls sehr bewundere. Also habe ich mir mit Jan-Philip Loos und Olaf Voß zwei Mitstreiter gesucht, die etwas von App- und Server-Programmierung verstehen, und mein Problem von damals gelöst. Das Ergebnis ist die Papego-App, die in Kürze im Apple iTunes Store und bei Google Play erhältlich sein wird.

 

Wie das Video zeigt, funktioniert Papego sehr einfach: Man scannt mit der App die zuletzt gelesene Buchseite und erhält dann einen Auszug des Buchs von bis zu 25% (normalerweise etwa 100 Seiten), den man unterwegs in der App lesen kann. Abends kann man dann ganz einfach im gedruckten Buch weiterlesen, denn die App zeigt jederzeit die Druck-Seitenzahl an. Allerdings geht das leider nicht mit jedem Buch, sondern nur mit denen, die "Papego-fähig" sind, erkennbar z.B. an einem Aufkleber oder Aufdruck auf dem Buch.

 

Die App ist übrigens für Leser völlig kostenlos.

 

Rechtzeitig zur Leipziger Buchmesse werden ab Anfang März im Piper-Verlag die ersten Papego-fähigen Bücher erscheinen. Ich hoffe sehr, dass die Idee bei Verlagen, Buchhändlern und Lesern gut ankommt und vor allem den stationären Buchhandel unterstützt, indem sie gedruckte Bücher für die Leser attraktiver macht. Mehr über Papego auf www.papego.de.

2 Kommentare

So

24

Jan

2016

Herbert, übernehmen Sie!

Herbert gehört für mich zu den schillerndsten Persönlichkeiten, die es jemals nicht nach Mygnia geschafft haben. Auf dem Weg dorthin hat der notorische Besserwisser jedenfalls für eine Menge abstruser Situationen gesorgt und mich regelmäßig zum Lachen gebracht.

 

Leider hat der Chronist von Herberts Abenteuern, der sich selbst Heinrich nennt, der Welt bisher viel zu wenig Material zur Verfügung gestellt. Deshalb habe ich mich sehr gefreut, in Heinrichs Blog zu lesen, dass Herbert nun zum Chefermittler wird und sich auch als Digitalexperte geoutet hat

 

Ich hoffe sehr, dass Heinrich es nicht bei dieser Ankündigung belässt und nun seine geheimen Archive öffnen wird, um Herberts wahre Bedeutung für das Fortbestehen der Spezies Mensch endlich angemessen zu würdigen!

 

Nachtrag (25.1.): Mein Blogbeitrag hat Heinrich offenbar inspiriert, einen etwas längeren Herbert-Artikel zu schreiben (siehe auch den Kommentar von ihm unten). Darauf bin ich stolz und hoffe auf mehr!

2 Kommentare

Mi

13

Jan

2016

Industrie 4.0

 

Gestern hatte ich die Ehre, den Abschlussvortrag auf dem "Schweizer Strategietag Industrie 4.0" halten zu dürfen. Unter der Überschrift "Machen wir uns zu Sklaven der Technik?" habe ich die ca. 200 anwesenden Fach- und Führungskräfte mit meiner These konfrontiert, dass unser Gehirn nicht dafür geeignet ist, exponentielle Veränderungen richtig einzuschätzen, und wir diese deshalb häufig falsch einschätzen.

 

Die Fortschritte der Automatisierung und Vernetzung in der Industrie sind beeindruckend, das war in den vielen Vorträgen zum Thema zu spüren. Ebenso deutlich wurde, dass wir erst am Anfang einer Entwicklung stehen, deren Auswirkungen nicht einmal ansatzweise absehbar sind. Die Fabriken der Zukunft werden nahezu beliebige Produkten in "Losgröße 1" zu extrem geringen Kosten und in bisher unvorstellbarer Geschwindigkeit herstellen können.

 

Der hohe Automatisierungsgrad wird den Personalkostennachteil Europas gegenüber anderen Wirtschaftsräumen zumindest teilweise kompensieren. Das wird vor allem in Fernost Arbeitsplätze kosten, doch auch hierzulande werden die Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt groß sein. Gut qualifizierte Fachkräfte werden dringend gesucht, während Hilfs- und Zuarbeiter zunehmend durch intelligente Maschinen ersetzt werden.

 

Irgendwann wird eine total digitalisierte Fabrik vielleicht selbstständig Roboter bauen, die dann weitere vollständig digitalisierte Fabriken errichten.

0 Kommentare

Do

31

Dez

2015

Danke für ein weiteres tolles Jahr!

Ende letzten Jahres hab ich gedacht: Wow, was für ein großartiges Jahr! 2015 wird es nicht leicht haben, da ranzukommen. Doch ich habe mich geirrt: Das abgelaufene Jahr war in vieler Hinsicht großartig für mich. So habe ich im Monat Dezember mehr Bücher im Selfpublishing verkauft als je zuvor. Diesen Erfolg verdanke ich natürlich Ihnen und Euch, meinen treuen Lesern. Dafür bedanke ich mich herzlich!

 

Ins Neue Jahr starte ich mit Zuversicht und gespannter Erwartung. Ein neues großes Romanprojekt ist in Arbeit, das im Herbst erscheinen wird. Im abgelaufenen Jahr habe ich zusammen mit zwei alten Bekannten ein Start-up gegründet, von dem hoffentlich auf der Leipziger Buchmesse noch viel geredet werden wird. Mein zweiter Versuch, in den englischen Buchmarkt vorzudringen, läuft an. Und natürlich werde ich meine Minecraft-Romanserie "Das Dorf" fortsetzen.

 

Ich wünsche allen Lesern ein glückliches, gesundes und erfolgreiches Jahr 2016!

 

Bildquelle: „Beach Fireworks FLL 2014 4x6 JTPI 8673 Crop (14602266435)“ von JTOcchialini Lizenziert unter CC BY 2.0 über Wikimedia

3 Kommentare

Mo

28

Dez

2015

Welpe "Paul" feiert schon mal Silvester

Heute Mittag: Seltsames Geraschel im Erdgeschoss. Wenn unser Border-Terrier-Welpe Paul dort unten allein ist, bedeuten solche Geräusche meist nichts Gutes. Also sehe ich nach und finde die traurigen Überreste einer 250-Gramm-Packung "Edle Tropfen in Nuss" im Hundekörbchen. Paul kommt mir schwanzwedelnd entgegen. Es scheint ihm gut zu gehen. Ungläubig sehe ich mich um. Der kann doch unmöglich die Pralinen gefressen haben - da ist ja selbst mir schon zu viel Alkohol drin!

Doch, hat er. Von den Pralinen fehlt jedenfalls jede Spur. Also Hund und leere Packung unter den Arm geklemmt und zusammen mit meinem Sohn Konstantin schnell zum Tierarzt. Nach Injektion eines Brechmittels fühlt sich das arme Tier ungefähr so, wie es mir ginge, wenn ich die äquivalente Menge (15 Packungen) "Edle Tropfen" gegessen hätte - hundsmiserabel, einfach zum Kotzen. Inzwischen jedoch hat sich Paul wieder berappelt, auch wenn er noch etwas wackelig auf den Beinen scheint.

Ich wünsche meinen Lesern ein großartiges und spannendes Jahr 2016 mit vielen guten Überraschungen und jeder Menge Happy Ends!

5 Kommentare

Di

15

Dez

2015

Alan Turing hatte unrecht

Die Diskussion über die Frage, ob, wann und wie "starke künstliche Intelligenz" entstehen kann und wird, ist vor allem von sehr unterschiedlichen Vorstellungen darüber geprägt, was "Intelligenz" eigentlich ist. Eine Definition hat der geniale Mathematiker Alan Turing versucht, indem er den nach ihm benannten Turing-Test beschrieb: Eine Testperson unterhält sich über eine Tastatur mit zwei Kandidaten. Der eine ist ein Mensch, der andere ein Computer. Die Testperson kann beiden beliebige Fragen stellen, kann jedoch nicht sehen, welche Antwort von wem stammt. Wenn diese Person nicht mehr in der Lage ist, zwischen Mensch und Computer zu unterscheiden, dann ist dieser "intelligent".

 

So sehr ich Alan Turing bewundere, halte ich diesen Test persönlich für wenig hilfreich. Einerseits ist es bereits heute relativ leicht, mit bestehender Technik so genannte Chatbots so zu gestalten, dass Laien glauben, sich mit einem Menschen zu unterhalten. Ist die Testperson ein Computerwissenschaftler, wird es deutlich schwieriger. Ein Gremium aus Personen unterschiedlicher Fachgebiete ist noch schwerer aufs Glatteis zu führen. Das aber bedeutet, dass der Turing-Test nicht (nur) die Intelligenz und das Wissen der Maschine misst, sondern (auch) die der Testperson(en). Somit lässt sich mit dem Turing-Test die Intelligenz des angeschlossenen Computersystems niemals schlüssig beweisen.

 

Das größere Problem seines Vorschlags liegt aber darin, dass er "Intelligenz" aus einer sehr anthropozentrischen Sicht definiert: Der Computer ist dann intelligent, wenn er sich möglichst genauso verhält, wie ein Mensch dies täte. Diesen Kardinalfehler, alles nur aus unserer eigenen Perspektive zu bewerten, begehen wir immer wieder. Die Intelligenz von Tieren, besonders Menschenaffen, wurde lange unterschätzt, weil diese nicht sprechen können. Erst, als man begann, Gorillas und Schimpansen Gebärdensprache beizubringen, stellte man fest, dass sich Menschenaffen sehr wohl "unterhalten" können, ein Ich-Bewusstsein und offenbar sogar Humor haben.

 

Nichtmenschliche Intelligenz könnte sich völlig anders äußern als darin, in einer Konversation möglichst "menschlich" zu wirken. Im Gegenteil würde eine wirkliche "Superintelligenz" in einem Turingtest sofort durchfallen, weil leicht erkennbar wäre, dass sie Probleme sehr viel schneller und besser lösen kann als ein Mensch. Es gibt daher verschiedene Varianten des Turing-Tests, die versuchen, diese Probleme zu umgehen.

 

Der entscheidende Punkt ist meines Erachtens aber, dass "echte Intelligenz" nicht mit "Denken wie ein Mensch" gleichgesetzt werden darf. Maschinen werden niemals so denken wie wir. Das wäre auch völlig unnütz, denn damit würden sie nur Beschränkungen unterliegen, die ihnen nicht beim Lösen ihrer Aufgaben helfen. Zum Beispiel prägt unser menschlicher Körper unser Lernen und Denken sehr stark - man kann nur wirklich wie ein Mensch denken, wenn man auch einen menschlichen Körper mit all seinen Stärken und Schwächen besitzt. Zwar ließe sich das im Computer simulieren, doch der Nutzen, KI derart zu "vermenschlichen", ist zweifelhaft. Maschinen müssen Aufgaben lösen, nicht Menschen imitieren (es sei denn als so gennante NPCs in Computerspielen).

 

Deshalb scheint mir ein allgemeinerer Intelligenzbegriff sinnvoller zu sein, um die Frage, wann Maschinen "intelligent" sind, zu beantworten. Ich schließe mich jenen Wissenschaftlern an, die die Qualität "Intelligenz" mit der Fähigkeit gleichsetzen, komplexe Aufgaben zu lösen beziehungsweise "sinnvolle" Entscheidungen zu treffen. Dies impliziert, das Maschinen in entsprechend eng definierten Aufgabenbereichen bereits heute "intelligent" sind. Ein Schachcomputer spielt nicht auf dieselbe Weise Schach wie ein Mensch, er "denkt" nicht wie ein Schachspieler. Aber er ist in der Lage, eine komplexe Aufgabe zu lösen, die kein anderes Lebewesen außer dem Menschen lösen kann. Deswegen würde ich ihm in diesem Spezialgebiet die Qualität "Spezialintelligenz" zugestehen, gern mit einem qualifizierenden Zusatz, wie etwa "Schachspiel-Spezialintelligenz". Entsprechend sind ein selbststeuerndes Auto, ein Börsenhandelssystem und sogar ein Navigationssystem in ihren engen Grenzen "spezialintelligent", denn sie können jeweils eine bestimmte Aufgabe besser lösen als der beste Mensch.

 

Die spannende Frage ist, ob man die jeweiligen Fähigkeiten solcher "spezialintelligenten" Systeme so erweitern kann, dass ein "allgemeinintelligentes" System entsteht. Dies wäre ein System, das nicht nur wenige eng definierte Aufgaben, sondern ein breites Spektrum von Problemen lösen kann. Dabei gilt: Je mehr unterschiedliche Aufgabenbereiche abgedeckt sind, desto "allgemeinintelligenter" ist das System, wobei für jedes einzelne Aufgabengebiet der Anspruch besteht, dass die Aufgabe mindestens so gut gelöst werden muss wie ein Durchschnittsmensch dies könnte. Beispiele für unterschiedliche Aufgabengebiete sind Autofahren, Gesichter erkennen, allgemeine und spezifische Fragen beantworten, sich sicher in einem Raum bewegen, Gefahrensituationen erkennen etc. Für jede dieser genannten Spezialaufgaben gibt es bereits spezialintelligente Systeme. Kann daraus ein "allgemeinintelligentes" System werden, das irgendwann nahezu alle Probleme besser löst als wir Menschen?

 

Ich glaube ja, und ich vermute, wie im vorigen Beitrag beschrieben, dass das vielleicht schneller passieren wird als viele glauben. Ein Kern eines solchen Systems könnte ein "multispezialintelligentes" System wie etwa Google sein. Die Google-Suchmaschine kann nicht nur Wisssen strukturieren und auf Webseiten verweisen, die Antworten auf Fragen liefern könnten, sondern "versteht" auch viele Eingaben und liefert direkt passende Antworten. Mit den integrierten Funktionen wie Google Maps, Google Bildersuche oder Google Translate verknüpt Google bereits eine ganze Reihe von künstlichen Spezialintelligenzen. Das ist von "starker" KI, die sich auf sehr breite Themenspektren anwenden lässt, immer noch weit entfernt. Aber die Fortschritte auf diesem Gebiet sind rasant, wie ich bereits darzulegen versucht habe.

 

Kann also Google irgendwann "denken"? Das hängt davon ab, wie man den Begriff "denken" definiert. Den Turing-Test wird Google wahrscheinlich niemals bestehen. Aber darauf kommt es auch gar nicht an.

10 Kommentare

Mi

09

Dez

2015

Warum wir Künstliche Intelligenz unterschätzen

Die Diskussion über die Auswirkungen Künstlicher Intelligenz ist meines Erachtens durch einige häufige Denkfehler und Fehleinschätzungen geprägt. Ich will hier nicht auf alle eingehen, das würde den Rahmen sprengen. Aber eine besonders wichtige ist, dass wir die Veränderungsgeschwindigkeit systematisch falsch einschätzen.

 

Der Grund dafür ist, dass technische Veränderungen, besonders im Bereich der Computer, meistens einen exponentiellen Verlauf haben (siehe letzter Beitrag zum Thema). Unser Gehirn ist jedoch nicht dafür gemacht, solche Veränderungen zu beurteilen. Es wurde geprägt in einer linearen Welt der Newtonschen Mechanik, in der exponentielle Veränderungen nicht häufig genug vorkommen, um einem Gehirn, das darauf ausgerichtet ist, einen evolutionären Vorteil zu verschaffen.

 

Ein Beispiel mag das verdeutlichen: Für einen Steinzeitmenschen war es wichtig, Gefahren richtig einzuschätzen. Wenn er z.B. einen Säbelzahntiger sah, der in hundert Metern Entfernung auf ihn zurannte, dann musste er blitzschnell einschätzen können, wie viel Zeit ihm noch blieb, um zu fliehen oder sich auf einen Kampf vorzubereiten. Unser Gehirn ist daher sehr gut darin, Bewegungen zu analysieren - sofern sie linear verlaufen. Im Beispiel braucht der Säbelzahntiger zehn Sekunden, bis er den Steinzeitmenschen erreicht. Das kann dieser schon nach den ersten zwei Sekunden recht zuverlässig einschätzen, denn die Bewegung erfolgt weitgehend gleichförmig. Nach der Hälfte der Zeit hat das Tier die Hälfte der Strecke zurückgelegt.

 

Wie anders sähe es aus, wenn sich der Säbelzahntiger nicht linear, sondern mit exponentiell wachsender Geschwindigkeit bewegen würde? Nach der ersten Sekunde hätte er sich nur wenige Zentimeter bewegt, auf die Entfernung kaum wahrnehmbar. Nach fünf Sekunden - der Hälfte der Zeit - hätte er gerade mal drei Meter zurückgelegt. Der Steinzeitmensch würde denken: "Bis der hier ist, kann ich in Ruhen noch ein paar Pilze pflücken." Dann jedoch wird der Tiger spürbar schneller. Nach sieben oder acht Sekunden wird dem Steinzeitmenschen dann doch mulmig und er sieht sich nach Fluchtmöglichkeiten um. Doch es ist zu spät: Nach neun Sekunden ist das Raubtier zwar immer noch die Hälfte der Strecke weit entfernt, doch nur eine Sekunde später springt es ihn mit der Geschwindigkeit eines Formel-1-Rennwagens an.In so einer Welt hätten wir mit unserem linearen Gehirn nicht lange genug überlebt, um Computer zu bauen.

 

 

Doch Säbelzahntiger verhalten sich eben nicht exponentiell, und deshalb wirken solche Gedankenspiele auch sehr seltsam. In der technischen Entwicklung, besonders in der Entwicklung der Computer, ist exponentielles Wachstum jedoch Realität. Dies führt zu einem Effekt, den Bill Gates einmal so auf den Punkt gebracht hat: "Jede neue Technologie wird kurzfristig über- und mittelfristig unterschätzt." Da wir linear denken, erwarten wir bei Einführung neuer Technik schnell erste Erfolge. Wenn die ausbleiben, entsteht eine Phase der Enttäuschung, "die Hype-Blase platzt". Eine Zeitlang sieht es so aus, als würde diese Technik doch nicht so viel bewirken wie gedacht. Und dann, plötzlich, schießt die Entwicklung buchstäblich durch die Decke und trifft viele unerwartet. Beispiele dafür sind die Einführung des Telefons, des Autos, der Computer, des Internets, des E-Books ... und eben meines Erachtens auch der Künstlichen Intelligenz. Besonders typisch für diesen Effekt sind Aussagen wie: "Das haben die KI-Forscher schon in den Siebziger- und Achtzigerjahren behauptet, und dann ist es doch nicht passiert."

 

Bill Joy hat in seinem Essay "Warum die Zukunft uns nicht braucht" geschrieben, er könne sich vorstellen, dass Computer in dreißig Jahren die Leistungsfähigkeit eines menschlichen Gehirns erreichen könnten. Bei dem Gedanken, dass er dabei sein könnte, die Technik mitzuentwickeln, die dann einmal Menchen ersetzen könnte, war ihm unwohl. Das war im Jahr 2000. Unser linearer Verstand sagt uns, dass die Hälfte der prognostizierten Zeit bereits verstrichen ist, ohne dass wir "Maschinen, die so intelligent sind wie ein Mensch" wesentlich näher gekommen wären. Die Logik der exponentiellen Entwicklung sagt uns, dass in der ersten Hälfte der Zeit drei Prozent des Wegs zurückgelegt werden, in der zweiten Hälfte siebenundneunzig (davon die Hälfte in den letzten zehn Prozent). 

 

Wir wissen nicht genau, an welchem Punkt der Exponentialkurve wir uns befinden, und in der Realität ist es natürlich nicht eine Kurve, sondern viele miteinander vernetzte, was den Überraschungseffekt noch erhöht. Doch meines Erachtens werden wir schon bald in den steilen Teil der Entwicklung oberhalb unserer Erwartungskurve eintreten, der viele, wenn nicht alle von uns ziemlich überraschen dürfte.

1 Kommentare

So

06

Dez

2015

Großer Artikel über "Das Dorf" im Hamburg-Teil der WELT AM SONNTAG!

Das kommt mir selbst wie ein Märchen vor: Eine halbe Seite im Hamburg-Teil der heutigen Ausgabe der WELT AM SONNTAG ist mir und meinen Minecraft-Büchern gewidmet! Der Journalist Dennis Betzholz, mit dem ich letzten Dienstag ein sehr nettes Gespräch hatte, hat die Geschichte rund um "Würfelwelt" und "Das Dorf" sehr treffend auf den Punkt gebracht. Dafür ein dickes Dankeschön!

 

Das Bild im Hintergrund des Fotos, ein kubistisches Familienportrait, hat mir übrigens meine Frau zum 40. Geburtstag geschenkt. Gemalt hat es meine Schwester Benita.

2 Kommentare

Fr

04

Dez

2015

Ein erfolgreiches Jahr für "Das Dorf"

Heute vor einem Jahr habe ich Band 1 der neuen Minecraft-Serie "Das Dorf" veröffentlicht. Es war ein Experiment mit ungewissem Ausgang, denn es war alles andere als klar, ob diese neue Art von Minecraft-Geschichten, leichter und humorvoller, ebenso gut bei den Lesern ankommen würde wie die "Würfelwelt". Meine Söhne waren da skeptisch, meine Frau dagegen fand die Idee gut. Wie immer hat sie recht behalten.


Heute, ein Jahr später, ist Band 1 auf Rang 74 in der Amazon-Bestsellerliste. Das ist ein großer Erfolg, für den ich mich sehr herzlich bei allen Lesern bedanke! Auch die übrigen Bände verkaufen sich sehr gut, was auf eine hohe Lesertreue schließen lässt. Stolz macht mich auch, dass viele Eltern in Kommentaren und Zuschriften berichten, ihre sonst nie freiwillig ein Buch lesenden Sprösslinge hätten die Bücher regelrecht verschlungen. Solange das Leserinteresse so groß ist, werde ich natürlich fleißig weitere Bände schreiben.


Band 6 ist übrigens ab sofort im Buchhandel bestellbar oder direkt bei Epubli zu beziehen.



0 Kommentare

Do

03

Dez

2015

Erreichen Computer 2030 die Leistungsfähigkeit unseres Gehirns?

Die Leistung von Computern (gemessen in Rechenleistung pro Dollar Investition) verdoppelt sich ungefähr alle ein bis zwei Jahre. Diese Erkenntnis formulierte der Intel-Gründer Gordon Moore in den Sechzigerjahren. Aber tatsächlich gilt sie erstaunlicherweise schon viel länger: Schon seit Konrad Zuse den ersten voll programmierbaren Computer baute und Alan Turing seinen berühmten Aufsatz „Computing Machinery and Intelligence“ schrieb, kann man eine exponentielle Zunahme der Rechenleistung beobachten. Ein schönes Beispiel dafür ist die Rechenleistung des jeweils schnellsten Computers seiner Zeit, gemessen in Rechenoperationen pro Sekunde (siehe Grafik), die auf Wikipedia dokumentiert ist. Die Grafik sieht "harmlos" aus, weil sie einem linearen Trend zu folgen scheint, doch jeder etwas dickere Strich bedeutet eine Vertausendfachung der Rechenleistung!

 

Was diese exponentielle Steigerung in der Praxis bedeutet, lässt sich an einem einfachen Beispiel verdeutlichen: Die Anzahl an Rechenoperationen pro Sekunde, die der schnellste Computer der Welt im Jahr 1996 durchführen konnte, entspricht etwa der Leistung des Grafikchips in einem iPhone 6s. In etwa fünfzehn Jahren wird die Power des heute schnellsten Rechners Tianhe-II, 33 Billiarden Rechenoperationen pro Sekunde, millionenfach in Smartphonegröße zur Verfügung stehen (ob wir dann noch Smartphones haben oder etwas ganz anderes, sei dahingestellt). Vorausgesetzt natürlich, das Moore’sche Gesetz gilt auch weiterhin.

 

Manche bezweifeln das. Immerhin lässt sich die Anzahl der Schaltelemente in einem Mikroprozessor nicht beliebig steigern, schon jetzt sind einige Leiterbahnen nur noch wenige Atome breit. Doch solche scheinbar unüberwindlichen Barrieren gab es in der Geschichte des Computers schon häufiger. Zuses Computer arbeiteten mit langsamen elektromagnetischen Schaltern, die später durch Röhren ersetzt wurden. Den Röhren folgten Transistoren, dann integrierte Schaltkreise, Mikroprozessoren und schließlich die heute üblichen Parallelprozessoren, die jeweils einen neuen Leistungsschub brachten. Die Forscher werkeln bereits an ganz neuen Technologien, die eine weitere deutliche Leistungssteigerung ermöglichen sollen, wie Lichtleitern oder gar Quantencomputern.

 

Ohne auf diese Techniken im Einzelnen einzugehen, kann man eines mit Sicherheit sagen: Es muss möglich sein, einen Computer zu konstruieren, der so leistungsfähig ist wie das menschliche Gehirn. Denn es gibt ihn ja bereits. Unser Gehirn ist nichts anderes als ein biologischer Computer, der noch dazu mit vergleichsweise langsamen Nervenzellen arbeitet. Es gibt keinen prinzipiellen Grund, dass man die Funktionsweise dieser Nervenzellen nicht in einem Computer simulieren und damit ein „virtuelles Gehirn“ nachbilden kann. Dieses könnte, genügend Rechenpower vorausgesetzt, deutlich schneller „denken“ als ein Mensch.

 

Ein menschliches Gehirn besteht aus einigen hundert Milliarden Neuronen. Diese zu simulieren, übersteigt noch immer die Fähigkeiten der schnellsten Computer, die wir haben. Doch einige Millionen Neuronen schaffen wir bereits und erreichen damit die Leistungsfähigkeit eines Reptiliengehirns. Wenn das Moore’sche Gesetz auch in Zukunft gilt, werden Hochleistungscomputer in 15 Jahren gut tausendmal so schnell sein wie heute. Damit wäre dann die Simulation von Strukturen möglich, die annähernd so komplex sind wie das menschliche Gehirn.

 

Allerdings ist die Frage, ob es überhaupt nötig ist, das menschliche Gehirn nachzubilden, um dessen Leistungsfähigkeit zu erreichen und so genannte „starke KI“ zu entwickeln, also die Fähigkeit einer Maschine, in beliebigen Themengebieten selbstständig Schlussfolgerungen zu ziehen, zu lernen und letztlich  die Fähigkeit zur Selbstreflexion zu erlangen. Ich halte das für sehr zweifelhaft; bereits jetzt ist erkennbar, dass Maschinen, wenn sie einmal gelernt haben, eine bestimmte Aufgabe zu lösen, dies so gut wie nie auf dieselbe Weise tun, wie es ein Mensch tun würde. Autos haben schließlich keine längeren Beine, und Schachcomputer können besser Schachspielen als Menschen, benutzen aber andere Strategien dafür. Auf diese Unterschiede werde ich in einem späteren Beitrag eingehen.

 

Stimmt es also? Werden Computer in nur fünfzehn Jahren so leistungsfähig sein wie ein menschliches Gehirn? Ich freue mich über Kommentare!

 

Grafik: Supercomputer von Geek1337 - self-made. Lizenziert unter CC BY-SA 3.0 überWikipedia.

5 Kommentare

Mo

30

Nov

2015

Wer hilft mir, die Zukunft vorherzusagen?

Liebe Leser, mit diesem Blogbeitrag möchte ich ein Experiment starten. Zurzeit schreibe ich an einem neuen Roman, der sich – wie schon einige meiner Bücher zuvor – mit Fragen der zukünftigen technischen Entwicklung und ihren Auswirkungen auf unser Leben beschäftigt. Ich habe dazu zehn Thesen aufgestellt, die ich gern im Folgenden mit allen meinen Lesern diskutieren möchte. Wer immer also eine Meinung oder „sachdienliche Hinweise“ (z.B. Links) dazu hat, möge bitte seinen Kommentar abgeben. Für Hinweise, die zum Schreiben eines realistischen Buchs führen, setzt der Autor eine Belohnung in Höhe von mehreren Stunden Lesespaß aus.

 

Um Fragen vorzugreifen: Nein, ich kann und möchte noch nichts darüber verraten, wie das neue Buch heißt oder wovon es handelt. Aber die zehn Thesen haben natürlich etwas damit zu tun.

 

Jede der folgenden Thesen wird in einem zukünftigen Blogbeitrag ausführlich behandelt. Hier liste ich sie schon einmal zur Übersicht auf:

  1. Computer werden 2030 die Leistungsfähigkeit eines menschlichen Gehirns erreichen
  2. Die Veränderungen durch KI werden uns überraschen
  3. Künstliche Intelligenz entsteht automatisch in verteilten, lernenden Systemen
  4. Künstliche Intelligenz unterscheidet sich grundlegend von menschlicher Intelligenz
  5. Es gibt in Zukunft keine Tätigkeit mehr, die Maschinen nicht prinzipiell besser als Menschen können – außer, wie ein Mensch zu sein
  6. Intelligente Maschinen werden unsere Gedanken lesen können
  7.  Intelligente Maschinen werden uns manipulieren
  8.  Intelligente Maschinen bedrohen die Demokratie
  9. Es wird keine Machtübernahme durch die Maschinen, sondern eine Machtübergabe durch die Menschen geben
  10. Die Definition und Durchsetzung einer Ethik für Maschinen ist die wichtigste Zukunftsaufgabe des 21. Jahrhunderts

Was haltet Ihr/halten Sie von dieser Idee? Ich freue mich über Feedback!


Foto: Magnus Manske CC BY 2.0

2 Kommentare

Sa

28

Nov

2015

Die Mensch-Maschine

Seit ich ein Teenager bin, hat mich ihre Musik fasziniert wie kaum eine andere: Kraftwerk waren mit ihren Elektroniksounds in den Siebzigerjahren ihrer Zeit weit voraus. Seit ich zum ersten Mal "Radioaktivität" hörte, wusste ich: So etwas will ich auch machen! Im Alter von 18 Jahren kaufte ich mir meinen ersten Synthesizer, ein Ungetüm mit zahllosen Knöpfen, auf dem man nur einen Ton gleichzeitig spielen konnte. Später kamen ein Vierspur-Tonbandgerät und ein Drumcomputer hinzu. Zum Glück hat kaum jemand je die Ergebnisse meiner musikalischen Experimentierfreude gehört. An die minimalistischen, irgendwie schrägen und doch so eingängigen Werke meiner großen Vorbilder reichten sie jedenfalls bei Weitem nicht heran.


Dabei haben sich Kraftwerk nie als "Band" im klassischen Sinn verstanden - sie waren immer ein Kunstprojekt. Die Inszenierung ihrer Musik war und ist ihnen ebenso wichtig wie die Musik selbst. Das konnte man bei ihrem eindrucksvollen Konzert gestern im CCH sehen - es war das erste Mal in der über vierzigjährigen Kraftwerk-Geschichte, dass ich bei einem ihrer seltenen Konzerte dabei sein durfte, und ich habe mir damit zusammen mit zwei meiner Söhne einen lang gehegten Wunsch erfüllt.


Die raffiniert eingesetzte 3D-Film-Kulisse bildete den perfekten Rahmen für die sterile Techno-Musik. Doch dahinter steckt auch eine Philosophie, die sich in der visuellen Darstellung ebenso wie in den Texten wiederspiegelte. Früher als andere haben sich Kraftwerk mit den elementaren Fragen einer immer engeren Verbindung von Mensch und Technik beschäftigt, und hinter der vordergründigen Technologiebesessenheit steckt in Wahrheit auch eine Menge Mahnung und Kritik. Damit haben sie schon lange vor dem Zeitalter von "Big Data" und NSA-Skandalen dieselben Fragen aufgegriffen, die auch mich in meinen Büchern immer wieder beschätigen: Was macht die Technik mit und aus uns Menschen? Und wie viel menschlicher Freiraum bleibt uns noch, wenn wir immer mehr mit den Maschinen verschmelzen, ihnen immer mehr Raum in unserem Leben geben?


In den 1970ern waren Kraftwerk-Songs in Musik verwandelte Science Fiction. Heute wirken sie fast schon anachronistisch - an die Stelle der sich ruckartig bewegenden Roboter und knarzenden Synthetikstimmen sind in der Realität längst die freundliche Siri und die unsichtbaren, fast allwissenden Elektronengehirne der großen Such- und Überwachungsmaschinen getreten. Doch die Themen, die Kraftwerk in ihrer Musik verarbeiten, sind aktueller denn je. Ich bin dankbar, diese großen Visionäre der elektronischen Musik live erlebt zu haben.

0 Kommentare

Jugendbücher (Auswahl)

Romane (Auswahl)