Wie die Zeit vergeht ...

Das Jahresende ist traditionell der Moment, an dem man kurz innehält und sich über dieses merkwürdige, flüchtige Phänomen namens Zeit Gedanken macht - bis man sich dann atemlos ins neue Jahr stürzt und sich kurz darauf wundert, dass schon wieder Weihnachten ist.

 

Albert Einstein hat die Zeit eine "hartnäckige Illusion" genannt, und so kommt sie mir auch manchmal vor. Schaut man auf die Uhr, bewegt sich der Zeiger im Schneckentempo. Schaut man woanders hin, rast er nur so. Betrachtet man das Ganze mit den Augen eines Physikers, wird es noch absurder - dann vergeht die Zeit an verschiedenen Orten unterschiedlich schnell und kann sogar rückwärts laufen.

 

Selbst, wenn man als Laie darüber nachdenkt, stößt man auf Rätsel, denn eigentlich kann es so etwas wie Zeit gar nicht geben: Die Vergangenheit ist ja schon weg, die Zukunft noch nicht da und die Schnittstelle zwischen beiden - die Gegenwart - ist ein unendlich kurzer Moment, der, wenn man ihn wahrnimmt, bereits Vergangenheit geworden ist, also im Grunde genommen bereits nicht mehr existiert. Und doch könnten wir ohne Zeit nichts wahrnehmen, nicht denken und keine abstrusen Blogbeiträge schreiben.

 

In diesem Jahr habe ich mich besonders intensiv mit der Zeit beschäftigt. Ich kann nicht behaupten, dass ich sie jetzt besser verstünde, aber immerhin sind einige kreative Einflüsse dabei herausgekommen. Im August 2018 wird mein neuer Thriller "Das KALA-Experiment" erscheinen, in dem die Zeit selbst aus den Fugen gerät. Auch in einer neuen Geschichte, an der ich gerade arbeite, spielt die Zeit - bzw. ihre Wahrnehmung - eine Rolle (mehr verrate ich dazu noch nicht).

 

Ich möchte mich bei allen meinen Lesern herzlich dafür bedanken, dass 2017 für mich als Schriftsteller ein gutes, produktives und erfolgreiches Jahr war, und wünsche Ihnen und Euch für 2018 eine tolle Zeit!

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Kommentare: 8
  • #1

    Felix (Montag, 01 Januar 2018 00:57)

    Ich wünsche ihnen und allen anderen ein frohes und gesundes neues Jahr und hoffe für sie das "Das KALA Experiment" und folgende Bücher ein Erfolg werden ;)

  • #2

    Karl Olsberg (Montag, 01 Januar 2018 12:59)

    @Felix: Vielen Dank! Dir ebenfalls ein glückliches Jahr 2018!

  • #3

    Heinrich (Montag, 01 Januar 2018 23:50)

    Hallo Karl,
    vor einiger Zeit hätte ich mich noch beklagt, dass Du 8 Monate vor Erscheinen Deines neuen Thrillers die Leser schon neugierig machst.
    Was mich angeht, habe ich seit 2010 schon eine andere Taktrate für mein Zeitabo (das nächste Upgrade wird 2020 stattfinden. Im Laufe dieses Abos erhöht sich meine Zeitgeschwindigkeit jährlich um 10%. (beim nächsten Upgrade dann um 15%.
    Somit wird es bei mir ruckzuck August 2018 sein! Wärst Du ich, müsstest Du Dich mächtig beeilen, überhaupt noch mit dem Roman fertig zu werden! Aber Du hast ja noch die langsamere Zeit und wirst es schaffen!
    (P.S. wärst Du ich, würde der Roman nie fertig - aber das ist ein anderes Problem - glücklicher weise bist Du Du und dann kann nichts schief gehen!)
    Ich freue mich schon auf das KALA-Experiment!
    Gruß Heinrich

    P.S. für alle, die gerne Weihnachts- oder Neujahrsgrüße haben möchten, habe ich im Universum eine allgemein herzliche und allgemein gültige Grußbotschaft hinterlegt. SO KURZ wie meine Jahre sind, ist es lästig, das andauernd zu wiederholen! ;)

  • #4

    Karl Olsberg (Dienstag, 02 Januar 2018 12:19)

    @Heinrich: Ich glaube, wir haben beide dasselbe Zeitabo abgeschlossen. Bei mir war so ein merkwürdiger Grauer Herr von der Zeitsparkasse, der die ganze Zeit eine stinkende Zigarre qualmte. Er sagte, dass das Abo nur Vorteile hätte und ich mich nie wieder langweilen würde. Seitdem lasse ich bei meinen Romanen jedes zweite Wort weg, um Zeit zu sparen, sonst würde ich es wirklich nicht schaffen. Beschwert hat sich darüber aber noch niemand. Auch meine Frau, die alle meine Bücher als Erste liest, findet die Sparmaßnahme gut.

  • #5

    Heinrich (Mittwoch, 03 Januar 2018 14:01)

    "Zeitsparkasse" - genial! ;)
    Vor meinem geistigen Auge zieht schon der Titel Deines "Zwischendurchkrimis" vorbei:
    ÜBERFALL AUF DIE ZEITSPARKASSE
    Wenn Deine Frau nichts entdeckt hat, ist alles in bester Ordnung. Frauen finden jeden Mangel und jede Lücke, die wir in unserem Tun haben! ;) Grüß sie recht herzlich!

  • #6

    Karl Olsberg (Mittwoch, 03 Januar 2018 16:42)

    @Heinrich: Ja, die Idee mit der Zeitsparkasse ist genial, aber leider nicht von mir, ebenso wie die "Grauen Herren". Beides sind Anspielungen auf Michael Endes großartigen Roman "Momo", der wie kaum ein anderer den Irrsinn unserer hektischen Zeit auf den Punkt bringt. Die Grüße richte ich gerne aus! :)

  • #7

    heinrich.sch@gmx.com (Mittwoch, 03 Januar 2018 19:27)

    ich lese gerade "Das Erwachen" von Andreas Brandthorst. Kennst Du vermutlich, wenn nicht - Lesetipp. Die KI, Maschinenintelligenz und Superintelligenz ist sicher "thrillermäßig" aufbereitet, aber im Kern ist es ja so.
    Ob ich Momo gelesen habe, weiß ich nicht genau. In letzter Zeit merke ich oft erst nach ein paar Kapiteln, dass ich ein Buch schon "kenne" - oder die Erinnerung wird von Filmen verunreinigt. ;)

  • #8

    Karl Olsberg (Donnerstag, 04 Januar 2018 07:59)

    @Heinrich: "Das Erwachen" muss ich noch lesen. "Momo" ist eines der Bücher, die man nicht so schnell vergisst, also hast Du es vermutlich noch nicht gelesen. ;) Den Film habe ich nicht gesehen, bezweifle aber, dass er an das Buch heranreichen kann.

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