Spambots vs. Olsberg 2:0

 

 

 

"Dankeschön, ich suche schon lange nach Informationen zu diesem Thema und Ihre sind die besten, die ich bis jetzt gefunden habe. Was aber schließen Sie nun daraus? Sind Sie sicher in Bezug auf den Nachschub/die Verfügbarkeit?"

 

Was so nett klingt, stammt im Zeitalter des "Postfaktischen" mit einiger Wahrscheinlichkeit von einer Maschine - einem Spambot, der sich viel Mühe gibt, zu verschleiern, dass er kein Mensch ist. In diesem konkreten Fall scheitert er daran, dass er die falsche Sprache wählt und knapp am Thema vorbei geht: einem kritischen Blogartikel zu einer umstrittenen Amazon-Maßnahme, so dass die Frage nach dem Nachschub nicht so ganz passt. Ein Mensch ist also gerade eben noch in der Lage, anhand des Kontextes zu erschließen, dass hier eine Maschine am Werk war. Bei Tweets im Wahlkampf beispielsweise ist das schon deutlich schwieriger.

 

Vor allem aber hat es diese Maschine geschafft, eine andere Maschine zu täuschen und ihr vorzugaukeln, sie sei ein Mensch. Denn diesen Kommentar hätte eigentlich die Captcha-Funktion, die ich gerade erst mühsam eingeschaltet hatte, verhindern sollen. Captcha steht für "Completely Automated Program to Tell Computers and Humans Apart", für ein Programm also, das extra dafür geschaffen wurde, Maschinen von Menschen zu unterscheiden. Wie ich in dem Beitrag schrieb, sind heute schon viele Maschinen in der Lage, die damit verbundenen Aufgaben schneller und besser zu lösen als ein Mensch.

 

Nun hat mich also eine solche Maschine heimgesucht, und wieder einmal bin ich von der Realität überholt worden - ich wusste zwar, dass das technisch möglich ist, hatte aber gehofft, noch eine Weile mit meinen vergleichsweise primitiven Schutzmechanismen auszukommen. Nun hilft mir kein Automatismus mehr - ich muss all diese nutzlosen Kommentare manuell entfernen (allein gestern Nacht waren es drei).

 

Da das kaum zuverlässig zu bewerkstelligen ist, hier die Bitte an meine Leser: Klicken Sie nicht auf die Absendernamen von Kommentarschreibern, denn dahinter können sich Links zu Websites mit Schadprogrammen oder unseriösen Angeboten verbergen!

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Kommentare: 2
  • #1

    Heinrich (Dienstag, 24 Januar 2017 01:44)

    Klicken Sie nicht auf die Absendernamen von Kommentarschreibern, denn dahinter können sich Links zu Websites mit Schadprogrammen oder unseriösen Angeboten verbergen!

    Mit einer Ausnahme: Wenn der Absender Heinrich heißt, können sie ruhig draufklicken. ;)
    Naja, auch das wird nicht lange dauern, bis die Bots mich clonen/faken, also doch lieber nicht.

    Hallo Karl,
    es ist tatsächlich so weit. Bisher habe ich alle Betrugsversuche auf den ersten Blick erkannt. Aber neuerdings ist ein 2. Blick nötig, seit wohl irgendwo eine Datenbank gehackt wurde, in der meine kompletten Adress- und Telefondaten waren und nun mir vorgaukeln sollen, die Email an mich sei seriös.
    Das 2:0 bei Spambots vs. Olsberg macht mir keine Angst, da ich weiß, dass Du mit einer Hand auf den Rücken gebunden gespielt hast, und in der Rückrunde es 2:4 stehen wird - und zwar ohne Elfmeterschießen - ganz locker! ;)

    Gruß Heinrich

  • #2

    Karl Olsberg (Dienstag, 24 Januar 2017 09:51)

    @Heinrich: Danke für die Ermutigung. Klingt ein bisschen wie die Durchhalteparolen vor dem nächsten HSV-Spiel. ;) Aber keine Angst, jemanden wie Heinrich zu faken, dürfte selbst eine hoch entwickelte KI vor eine Herausforderung stellen.

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