Industrie 4.0

 

Gestern hatte ich die Ehre, den Abschlussvortrag auf dem "Schweizer Strategietag Industrie 4.0" halten zu dürfen. Unter der Überschrift "Machen wir uns zu Sklaven der Technik?" habe ich die ca. 200 anwesenden Fach- und Führungskräfte mit meiner These konfrontiert, dass unser Gehirn nicht dafür geeignet ist, exponentielle Veränderungen richtig einzuschätzen, und wir diese deshalb häufig falsch einschätzen.

 

Die Fortschritte der Automatisierung und Vernetzung in der Industrie sind beeindruckend, das war in den vielen Vorträgen zum Thema zu spüren. Ebenso deutlich wurde, dass wir erst am Anfang einer Entwicklung stehen, deren Auswirkungen nicht einmal ansatzweise absehbar sind. Die Fabriken der Zukunft werden nahezu beliebige Produkten in "Losgröße 1" zu extrem geringen Kosten und in bisher unvorstellbarer Geschwindigkeit herstellen können.

 

Der hohe Automatisierungsgrad wird den Personalkostennachteil Europas gegenüber anderen Wirtschaftsräumen zumindest teilweise kompensieren. Das wird vor allem in Fernost Arbeitsplätze kosten, doch auch hierzulande werden die Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt groß sein. Gut qualifizierte Fachkräfte werden dringend gesucht, während Hilfs- und Zuarbeiter zunehmend durch intelligente Maschinen ersetzt werden.

 

Irgendwann wird eine total digitalisierte Fabrik vielleicht selbstständig Roboter bauen, die dann weitere vollständig digitalisierte Fabriken errichten.

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