Papego

Vor etwas mehr als einem Jahr hatte ich ein Problem. Ich las gerade "Joyland" von Stephen King, einen wunderschönen Roman, der in den Siebzigerjahren in einem Freizeitpark spielt. Da ich selbst quasi in einem Freizeitpark aufgewachsen bin, den mein Vater gegründet hatte, ist dieses eines meiner Lieblingsbücher. Mein ältester Sohn Konstantin hatte mir das Buch in der Hardcover-Ausgabe geschenkt. Dummerweise musste ich an jendem Morgen mit der U-Bahn zu einem Kunden fahren, und das Buch passte einfach nicht mehr in meine Aktentasche und war außerdem zu sperrig, um es in der U-Bahn zu lesen. Warum, dachte ich damals, kann ich das Buch jetzt nicht einfach auf dem Smartphone weiterlesen? Das wäre doch praktisch.

 

"Es gibt nichts Gutes, außer man tut es", lautet einer meiner Lieblings-Aphorismen von Erich Kästner, den ich ebenfalls sehr bewundere. Also habe ich mir mit Jan-Philip Loos und Olaf Voß zwei Mitstreiter gesucht, die etwas von App- und Server-Programmierung verstehen, und mein Problem von damals gelöst. Das Ergebnis ist die Papego-App, die in Kürze im Apple iTunes Store und bei Google Play erhältlich sein wird.

 

Wie das Video zeigt, funktioniert Papego sehr einfach: Man scannt mit der App die zuletzt gelesene Buchseite und erhält dann einen Auszug des Buchs von bis zu 25% (normalerweise etwa 100 Seiten), den man unterwegs in der App lesen kann. Abends kann man dann ganz einfach im gedruckten Buch weiterlesen, denn die App zeigt jederzeit die Druck-Seitenzahl an. Allerdings geht das leider nicht mit jedem Buch, sondern nur mit denen, die "Papego-fähig" sind, erkennbar z.B. an einem Aufkleber oder Aufdruck auf dem Buch.

 

Die App ist übrigens für Leser völlig kostenlos.

 

Rechtzeitig zur Leipziger Buchmesse werden ab Anfang März im Piper-Verlag die ersten Papego-fähigen Bücher erscheinen. Ich hoffe sehr, dass die Idee bei Verlagen, Buchhändlern und Lesern gut ankommt und vor allem den stationären Buchhandel unterstützt, indem sie gedruckte Bücher für die Leser attraktiver macht. Mehr über Papego auf www.papego.de.

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Kommentare: 2
  • #1

    Marcus (Dienstag, 16 Februar 2016 10:15)

    Wie genial ist das denn - Danke ... :)

  • #2

    Heinrich (Samstag, 27 Februar 2016 01:32)

    Das ist wirklich einen grandiose Idee! Glückwunsch!
    Bei Lesern kommt das mit Sicherheit gut an und wenn Verlage das nicht mit ganzer Kraft unterstützen, dann haben sie "selber Schuld", wie man so schön sagt.
    Hochachtung
    von Heinrich

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