Die neue Drohnen-Bedrohung?

Es sieht ein bisschen aus wie eine Szene aus einem meiner Romane: Eine ferngesteuerte Drohne liefert eine Amazon-Sendung aus. Wenn es nach Jeff Bezos und anderen geht, werden solche Szenen bald Realität sein. Was viele (unter anderem ich) Ende letzten Jahres noch für einen nicht ganz ernst gemeinten PR-Gag hielten, hat der Amazon-Chef jüngst in einem Interview bestätigt - er scheint es wirklich ernst zu meinen.

 

Die Technik ist jedenfalls vorhanden: Drohnen, die man in jedem Elektromarkt kaufen kann, verfügen bereits über GPS-Navigation und lassen sich so programmieren, dass sie vollkommen eigenständig einen festgelegten Weg zurücklegen. Flugkorridor und Zielposition lassen sich auf weniger als einen Meter genau festlegen.

 

Aber müssen - und werden - wir alles, was technisch möglich ist, auch tun? In den Sechzigerjahren träumte man von atomgetriebenen Autos und Rollbändern auf den Bürgersteigen. Beides wäre technisch möglich, aber ökonomisch und ökologisch höchst unsinnig. Und ich fürchte, das gilt auch für die Drohnen-Fantasie: Die Energieeffizienz eines solchen Transports ist absurd gering, die Verlustquote der Drohnen dürfte sehr hoch sein und die Gefahren für Mensch und Umwelt sind offensichtlich, selbst wenn man den Gedanken außer Acht lässt, dass Terroristen die Drohnen gezielt "kapern" und für Anschläge einsetzen könnten. Ich bin daher skeptisch, dass in ein paar Jahren Drohnen den Himmel bevölkern wie heute Tauben und Krähen.

 

Sollte ich Unrecht haben und Bezos' Vision doch noch verwirklicht werden, stehen uns auf jeden Fall interessante Zeiten bevor. Und für ein Buchszenario taugt die Idee allemal ...

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